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18. Oktober 2026Präsident Udo Schaaf begrüßt zusammen mit Charlotte Utermöhl als neue Marketenderin der Kölsche Grielächer Ludwig Sebus
-hgj/nj- Wenn die Kölsche Grielächer im Oktober zu ihrem traditionellen Herrenfrühschoppen einladen, dann liegt etwas Besonderes in der Luft. Oder, wie man in Köln so treffend sagt: „Et rüsch noch Fastelovend!“ Es riecht nach Karneval – nach kölschen Tön, herzhaftem Lachen, vertrauten Gesichtern und jener unverwechselbaren Vorfreude, die den Fastelovend zu weit mehr macht als einer fünften Jahreszeit.
In der Aula des Humboldt-Gymnasiums am Kartäuserwall wurde diese Vorfreude beim 55jährigen Jubiläum des Herrenfrühschoppens wieder lebendig. Rund drei Wochen vor dem offiziellen Sessionsauftakt am 11. im 11. versammelten sich die Herren zu einem Vormittag, der Tradition und Gegenwart, karnevalistische Unterhaltung und gepflegte Geselligkeit auf kölsche Art miteinander verband.

Comedian Stephan Bauer
Unter dem bewährten Motto „nor för Häre“ stand die Veranstaltung ganz im Zeichen jener Gemeinschaft, die über Jahrzehnte gewachsen ist und sich immer wieder aufs Neue bewährt. Denn beim Herrenfrühschoppen der Grielächer geht es nicht allein um ein unterhaltsames Bühnenprogramm. Es geht um Freundschaften, um Wiedersehen, um Geschichten, die man schon oft gehört hat und dennoch gerne ein weiteres Mal erzählt bekommt. Und natürlich um ein frisch gezapftes Reissdorf Kölsch, das in geselliger Runde gleich noch einmal so gut schmeckt.
Ein Wiedersehen mit kölschen Originalen und treuen Weggefährten
Dass diese Veranstaltung einen festen Platz im Herzen des Kölner Karnevals besitzt, zeigte sich schon beim Blick in die Aula. Zahlreiche Präsidenten und Senatspräsidenten Kölner Karnevalsgesellschaften, ehemalige Kölner Tollitäten und viele närrische Wiederholungstäter waren der Einladung gefolgt. Menschen, die sich seit Jahren und teilweise seit Jahrzehnten kennen, trafen aufeinander, tauschten Neuigkeiten aus und ließen Erinnerungen an gemeinsame karnevalistische Erlebnisse aufleben.
Ein ganz besonderer Gast durfte dabei natürlich nicht fehlen: Ludwig Sebus. Der inzwischen 101 Jahre alte kölsche Krätzchensänger, Karnevalist und Grand Seigneur des Kölsche Festelovends, der 2006 von den Kölsche Grielächer zum „Grielächer des Jahres“ ausgezeichnet worden war, besuchte den Herrenfrühschoppen wie schon seit Jahrzehnten. Seine regelmäßige Teilnahme ist weit mehr als ein liebgewonnenes Ritual. Sie steht für eine tiefe Verbundenheit mit der Gesellschaft und für jene Beständigkeit, die das kölsche Brauchtum über Generationen hinweg trägt.
Wenn ein Mann wie Ludwig Sebus, der die Geschichte des Kölner Karnevals über viele Jahrzehnte mitgeprägt hat, immer wieder den Weg zu den Grielächer findet, dann erzählt das auch etwas über den Charakter dieser Veranstaltung. Hier zählt nicht allein der große Auftritt. Hier zählen persönliche Beziehungen, gegenseitige Wertschätzung und das Bewußtsein, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die ihre Traditionen nicht nur bewahrt, sondern mit Leben erfüllt. Kenner behaupten, Ludwig Sebus sei bereits beim ersten Herrenfrühschoppen im alten Polizeipräsidium mit von der Partie gewesen. Die Anfänge dieser Veranstaltung gehen auf Hans Bauhof zurück, der 1968 als neuer Grielächer-Präsident dieses Veranstaltungskonzept in seiner Gesellschaft etablierte.

„J.P. Weber“
Und so wurde an diesem Vormittag einmal mehr deutlich: Der Fastelovend lebt von seinen Künstlern und seinen Liedern, aber ebenso von den Menschen, die ihm über viele Jahre treu bleiben.
Bereits bei der Eröffnung gab es eine besondere Neuigkeit. Präsident Udo Schaaf stellte den Gästen Charlotte „Charlie“ Uttermöhl vor. Die 28jährige ist die neue Marketenderin der Kölsche Grielächer und damit ein neues Gesicht innerhalb der Gesellschaft.
Ihre Vorstellung fügte sich bestens in einen Vormittag ein, an dem sich vieles um Kontinuität und zugleich um die Zukunft des kölschen Karnevals drehte. Denn so wichtig die Pflege gewachsener Traditionen ist, so sehr lebt eine Karnevalsgesellschaft auch davon, neue Menschen willkommen zu heißen und ihnen die Möglichkeit zu geben, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten.
Gemeinsam mit Senatspräsident Helmuth Schmitz und dem Vorstand hatte Präsident Udo Schaaf die organisatorischen Voraussetzungen für den traditionellen Herrenfrühschoppen geschaffen. Dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung reibungslos abläuft, ist schließlich kein Selbstläufer. Hinter dem geselligen Vormittag stehen viele Absprachen, zahlreiche helfende Hände und ein Zusammenspiel, bei dem jeder seinen Beitrag leisten muß.
Auch auf der Bühne durfte ein vertrautes Gesicht nicht fehlen. Jörg-Paul Weber, besser bekannt als „J.P. Weber“, gehörte erneut zu den Künstlern, auf die sich das Publikum freuen durfte. Und seine Bilanz spricht für sich: Zum 17. Mal in Folge stand er beim Herrenfrühschoppen der Kölsche Grielächer auf dem Programm.
Eine solche Treue ist im schnelllebigen Veranstaltungsgeschäft durchaus bemerkenswert. Sie zeigt, daß sich hier über die Jahre eine besondere Verbindung zwischen Künstler, Gesellschaft und Publikum entwickelt hat. J.P. Weber versteht es, mit seinem kölschen Wortwitz, seiner musikalischen Art und dem richtigen Gespür für die Menschen im Saal jene Mischung zu treffen, die bei den Grielächer-Häre bestens ankommt.

„Manni der Rocker“
Neben ihm sorgten Comedian Stephan Bauer und „Manni der Rocker“, hinter dessen Künstlernamen sich Manfred-Martin Nutsch-Mai verbirgt, für weitere Unterhaltung. Mit pointierten Beobachtungen, humorvollen Einlagen und reichlich Gelegenheit zum Lachen bot das Programm beste Voraussetzungen für einen Vormittag, an dem der Alltag für einige Stunden draußen bleiben durfte.
Für die paßende musikalische Begleitung zwischen den Auftritten zeichnete Peter Büllesbach verantwortlich, den alle als „DJ Peter“ kennen. Mit dem richtigen Gespür für Stimmung und Publikum hielt er die musikalischen Fäden zusammen und sorgte dafür, dass auch zwischen den Programmpunkten keine Langeweile aufkam.
Von „Julie Voyage“ bis zu den „Rabaue“: Kölsche Tön für die Häre
Nach den ersten Runden bester Unterhaltung setzte sich das abwechslungsreiche Programm mit Ken Reise als „Julie Voyage“ fort. Anschließend brachte die Tanzgruppe „Magic Girls“ des TuS Odendorf Bewegung und tänzerische Akzente auf die Bühne.
Spätestens bei den „Rabaue“ war dann wieder jene musikalische Atmosphäre angesagt, die zum Kölner Karneval gehört wie das Alaaf zum Dreigestirn der Domstadt. Mit ihren kölschen Liedern und mitreißenden Rhythmen sorgten sie für beste Stimmung und dafür, daß es den Herren nicht allein beim Zuhören blieb.
Denn ein echter kölscher Frühschoppen lebt vom Miteinander. Von spontanen Reaktionen aus dem Saal, von kräftigem Mitsingen und von den Momenten, in denen sich die gute Laune von der Bühne auf die Tische überträgt. So wurde aus der Abfolge einzelner Darbietungen ein gemeinsames Erlebnis, bei dem Unterhaltung und Geselligkeit Hand in Hand gingen.
Reissdorf Kölsch, Grünkohl mit Mettwurst und Gespräche unter Freunden
Zu einem zünftigen Herrenfrühschoppen gehört selbstverständlich auch eine ordentliche Stärkung. In der Pause standen Reissdorf Kölsch sowie Grünkohl mit Mettwurst auf dem Programm – bodenständig, herzhaft und ganz nach Häre-Art.

„Julie Voyage“
Während die Künstler kurz verschnauften, wurde an den Tischen weitergeredet, gelacht und gefachsimpelt. Alte Geschichten machten die Runde, neue Neuigkeiten wurden ausgetauscht, und der eine oder andere augenzwinkernde Kommentar durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Gerade diese Mischung aus Bühnenprogramm und persönlicher Begegnung machte – wie Jahr für Jahr – den besonderen Reiz des Herrenfrühschoppens aus. Man kommt nicht nur, um Künstler zu erleben. Man kommt auch, um Freunde wiederzutreffen, Kontakte zu pflegen und für einige Stunden jene kölsche Gemeinschaft zu genießen, die sich nicht auf Knopfdruck herstellen läßt. Sie entsteht vielmehr über Jahre, durch gemeinsame Erlebnisse, gegenseitige Verläßlichkeit und die Freude daran, miteinander Fastelovend zu feiern.
Was die Gäste nicht sehen: Viele helfende Hände hinter den Kulissen
Während die Herren in der Aula feierten, sorgten 13 bis 14 Grielächer beim Aufbau für den passenden Rahmen. Sie transportierten Dekoration und Bühnenaccessoires, richteten die Bühne her und stellten die Tische auf.
Auch bei der Bewirtung griffen viele Hände ineinander: Sechs Grielächer zapften das Kölsch, während 16 vertraute Mitarbeiterinnen des Cateringservices die Gäste mit Getränken und Grünkohl mit Mettwurst versorgten.
Doch mit dem letzten Tusch war noch lange nicht Feierabend. Unter der Leitung von Saalchef Jörg Königsfeld begann unmittelbar danach der Abbau. Schließlich mußte die Aula des Humbold Gymnasiiums am Karthäuser Wall rechtzeitig für den Schulbetrieb am kommenden Tag bereitstehen. Weitere helfende Hände wären dabei willkommen gewesen.

„Magic Girls“
Denn gelebte Vereinsgemeinschaft bedeutet mehr, als gemeinsam zu feiern. Sie zeigt sich auch darin, anzupacken, Verantwortung zu übernehmen und dafür zu sorgen, daß nach einem schönen Vormittag alles wieder an seinem Platz ist.
55 Jahre Herrenfrühschoppen – Vorfreude auf 100 Jahre Kölsche Grielächer
Seit 55 Jahren ist der Herrenfrühschoppen ein fester Bestandteil des kölschen Veranstaltungskalenders. Er verbindet karnevalistische Unterhaltung mit Freundschaft, Tradition und echter kölscher Herzlichkeit.
Der Besuch von Ludwig Sebus, die Vorstellung der neuen Marketenderin Charlotte „Charlie“ Uttermöhl und J.-P. Webers 17. Auftritt in Folge standen sinnbildlich für die Grielächer: langjährige Verbundenheit, neue Gesichter und gelebte Tradition.
Präsident Udo Schaaf, Senatspräsident Helmuth Schmitz und der Vorstand konnten dabei auf zahlreiche engagierte Mitglieder und Helfer zählen. Gemeinsam machten sie den Herrenfrühschoppen erneut zu einem lebendigen Stück kölscher Karnevalskultur.

„Rabaue“
Draußen zeigte sich der Herbst von seiner sonnigen Seite, drinnen war die Vorfreude auf den Fastelovend längst spürbar. Vertraute Gesichter, kölsche Tön und herzhaftes Lachen ließen keinen Zweifel daran: Die närrische Zeit rückte näher – und mit ihr ein ganz besonderes Jubiläum, denn die KG Kölsche Grielächer steuert auf ihr 100jähriges Bestehen in der Session 2027 zu.
„Et rüsch noch Fastelovend!“ Treffender ließ sich dieser Vormittag kaum beschreiben. Denn der Fastelovend beginnt – nach Grielächer Art – nicht erst am 11. im 11. Er beginnt dort, wo Menschen zusammenkommen, Freundschaften pflegen und das kölsche Hätz gemeinsam schlagen lassen.
Den Kölsche Grielächer bleibt zu wünschen, daß ihr Herrenfrühschoppen auch künftig ein Ort solcher Begegnungen bleibt – mit treuen Weggefährten, neuen Gesichtern, guter Unterhaltung und vielen helfenden Händen. Auf dass die Vorfreude auf das große Jubiläum und die kölsche Lebensfreude noch lange erhalten bleiben!
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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