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-hgj/nj- Wenn einer weiß, wie man mit Worten jongliert, das Publikum zum Lachen bringt und dabei der kölschen Sproch zu neuer Geltung verhilft, dann ist es Marc Metzger. Als „Dä Blötschkopp“ gehört er seit vielen Jahren zu den unverwechselbaren Gesichtern des Kölner Sitzungskarnevals. Jetzt ist der beliebte Büttenredner und Bühnenclown mit dem Lehrer-Welsch-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Kölner Regionalgruppe des Vereins Deutsche Sprache (VDS) ehrte ihn im Rahmen einer festlichen Matinee in der Aula des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums an der Severinstraße.

VDS-Regionalleiter Sektion Köln, Ralph Aurand und sein Stellvertreter Christian Wolff
Mehr als 150 Gäste ließen es sich trotz der nicht ganz einfachen Anreisebedingungen aufgrund des zeitgleich stattfindenden Generali Köln Marathon nicht nehmen, bei dieser besonderen Ehrung dabei zu sein. Schließlich ging es nicht allein um einen verdienten Karnevalisten, sondern um das, was Köln neben Dom, Rhein und Fastelovend so unverwechselbar macht: seine Sprache, seinen Humor und die Fähigkeit, mit wenigen treffenden Worten ganze Säle zum Lachen zu bringen.
Eine Auszeichnung für die kölsche Sproch – und für „jet ze laache“
Der Lehrer-Welsch-Preis ist längst eine feste Größe im kölschen Veranstaltungskalender. Ins Leben gerufen wurde er 2004 von Dietmar Kinder, dem langjährigen Leiter der VDS-Regionalgruppe Köln, der kürzlich seinen 85. Geburtstag feiern konnte. Mit der Auszeichnung werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise um die deutsche Sprache sowie um die Pflege und Förderung des Kölschen verdient gemacht haben. Lediglich während der Corona-Jahre musste die Preisverleihung pausieren.
Dass der Verein Deutsche Sprache dabei weit mehr im Blick hat als die Bewahrung sprachlicher Regeln, zeigt das Engagement seiner Kölner Regionalgruppe. Neben dem Einsatz für einen bewußten und verständlichen Sprachgebrauch steht vor allem die lebendige Sprach- und Kulturpflege im Mittelpunkt. Denn Kölnisch ist nun einmal mehr als ein paar mundartliche Einsprengsel zwischen zwei hochdeutschen Sätzen. Es ist Heimatgefühl, Lebensart und ein Stück kölsche Seele.

Raph Aurand (rechts) mit Kölner Bürgermeisterin Teresa De Bellis Ollinger, Ludiwg Sebug und dessen guter Seele und Haushälterin Inge Hellwig
Mit Marc Metzger fiel die Wahl auf einen Künstler, der diese Überzeugung auf der Karnevalsbühne geradezu verkörpert. In der Begründung zur Auszeichnung wurde insbesondere hervorgehoben, daß „Dä Blötschkopp“ der Sprache und dem Sprachwitz im Sitzungskarneval wieder einen besonderen Platz verschafft habe. In einem Bühnengeschehen, das zunehmend von Musik und Tanz geprägt wird, setzt Marc Metzger auf das gesprochene Wort, auf überraschende Wendungen und auf jene feine Beobachtungsgabe, die aus alltäglichen Begebenheiten urkomische Geschichten macht.
Oder, wie es im kölschen Sinne treffend heißen könnte: Man muß nicht immer laut sein, um einen ganzen Saal zum Lachen zu bringen. Manchmal reicht ein guter Satz – wenn er denn richtig sitzt!
Prominente Laudatio und ein 101jähriger Ehrengast
Die Laudatio auf den Preisträger hielt Dr. Joachim Wüst, Präsident der Großen Kölner Karnevalsgesellschaft 1882 e. V. Damit würdigte ein ausgewiesener Kenner des kölnischen Brauchtums einen Künstler, der mit seiner ganz eigenen Bühnenfigur seit Jahren das Publikum begeistert.
Die Urkunde überreichten der Kölner VDS-Regionalleiter Ralph Aurand und sein Stellvertreter Christian Wolff. Ein Grußwort der Stadt Köln gehörte ebenfalls zum Programm. Für die Stadt war die stellvertretende Bürgermeisterin Teresa De Bellis Olinger anwesend.

Dr. Joachim Wüst bei seiner Laudatio auf Marc Metzger
Besonders herzlich begrüßt wurde Ludwig Sebus. Der legendäre Kölner Krätzchensänger und Grand Seigneur des Kölschen Fastelovends hatte erst vor wenigen Wochen seinen 101. Geburtstag gefeiert und ließ es sich nicht nehmen, persönlich an der Ehrung teilzunehmen. Seine Anwesenheit verlieh der Matinee eine besondere Note: Hier trafen kölsche Musikgeschichte und lebendige Mundartpflege aufeinander – verbunden durch eine Sprache, die Generationen zusammenführt.
Blaue Funken und kölsche Chorstimmen
Natürlich durfte bei einer solchen Veranstaltung auch das passende kölsche Rahmenprogramm nicht fehlen. Die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Kölner Funken Artillerie von 1870 e.V., besser bekannt als die Blauen Funken, brachte tänzerischen Schwung in die Aula. Die Chorgemeinschaft der „Akademie för uns kölsche Sprooch“ sorgte mit ihren Beiträgen dafür, daß neben dem gesprochenen Wort auch der musikalische Klang der kölschen Sprache zur Geltung kam.
Die Matinee stand zugleich im Zusammenhang mit dem von der Stadt Köln unterstützten „Daach der kölschen Sprooch“, der in diesem Jahr bereits eine Woche zuvor begangen worden war. Der Lehrer-Welsch-Preis setzt damit ein wichtiges Zeichen für die Mundartpflege: Kölsch gehört nicht allein auf die Karnevalsbühne, sondern mitten hinein in das kulturelle Selbstverständnis der Stadt.

Die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Blauen Funken
Im Anschluß an die rund 90 minütige Veranstaltung blieb beim Empfang mit frischem Kölsch und kleinen Häppchen genügend Zeit für persönliche Glückwünsche, Gespräche und Erinnerungen. Freunde, Weggefährten und Gäste nutzten die Gelegenheit, dem frisch ausgezeichneten Marc Metzger ihre Anerkennung auszusprechen.
Fritz Welsch als Namensgeber – und ein Auftrag für die Zukunft
Der Preis erinnert an Fritz Welsch, den langjährigen Kölner Lehrer, dessen Name bis heute für die Vermittlung und Pflege der kölschen Sprache steht. Die Auszeichnung verfolgt dabei ein Anliegen, das aktueller kaum sein könnte: Hochdeutsch und Kölsch sollen nicht als Gegensätze verstanden werden, sondern als lebendige Bestandteile unserer sprachlichen und kulturellen Identität.
Denn eine Sprache lebt nicht allein davon, daß man sie bewahrt. Sie lebt davon, daß Menschen sie sprechen, weitergeben, mit ihr erzählen, singen und lachen. Genau hier liegt die besondere Bedeutung des Lehrer-Welsch-Preises – und genau hier paßt Marc Metzger hinein.
Mit „Dä Blötschkopp“ wird ein Künstler geehrt, der zeigt, daß kölscher Humor weit mehr ist als Klamauk. Er lebt von Sprachgefühl, Menschenkenntnis, Timing und der Kunst, den Alltag mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Seine Auszeichnung ist damit zugleich eine Würdigung des gesprochenen Wortes im Karneval und ein Bekenntnis zur kölschen Mundart.
Und wenn nach dieser Matinee eines feststeht, dann wohl dies: Die kölsche Sproch ist quicklebendig. Solange Menschen wie Marc Metzger sie mit Witz, Herz und Verstand auf die Bühne bringen, gibt es auch künftig reichlich „jet ze laache“.
Die komplette Liste aller Preisträger von den Anfängen bis heute:
| Jahr | Preisträger | Funktion / Hintergrund |
| 2004 | Alexander von Chiari | Ehemaliger Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges; ersetzte das Wort „Kids“ im Sessionsmotto durch das kölsche Wort „Pänz“. |
| 2005 | Andreas Henseler | Geschäftsführer des Wissenschaftsmuseums Odysseum; verwarf den englischen Namen „Cologne Science Center“. |
| 2006 | „Wise Guys“ | Kölner A-cappella-Gruppe; ausgezeichnet unter anderem für ihr sprachkritisches Lied Denglisch. |
| 2007 | Peter Herbolzheimer | Jazz-Posaunist und Bandleader; für seinen Einsatz für die deutsche Sprache im Jazzmilieu. |
| 2008 | Ludwig Sebus | Kölner Krätzchensänger, Kölner Urgestein und Grand Segnieur des Kölner Karnevals; für die Weitergabe und Erhaltung der kölschen Sprache in seinen Liedern. |
| 2009 | Die Sendung mit der Maus | Kindersendung des WDR; für den bewußten Verzicht auf unnötige Anglizismen bei der Wissensvermittlung. |
| 2010 | „Höhner“ | Kölner Musikgruppe und Rockband; für ihre Verdienste um das kölsche Liedgut. |
| 2011 | Heimatverein Alt-Köln von 1902 | Traditionsverein zur Pflege Kölner Kulturelements. |
| 2012 | center.tv Köln | Ehemaliger Kölner Regionalsender. |
| 2013 | Wolfgang Bosbach | Bundestagsabgeordneter; für sein Engagement zur Förderung der deutschen Sprache. |
| 2014 | Akademie för uns kölsche Sproch | Stiftung und Bildungseinrichtung zur Erhaltung des Dialekts. |
| 2015 | Wilma Overbeck | Lehrerin und Chorleiterin; Auszeichnung für ihre Arbeit mit dem Kinderchor „Wilmas Pänz“. |
| 2016 | Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums | Verein zur Förderung von Kultur, Ausstellungen und den Schull- un Veedelszöch. |
| 2017 | Prof. Gerhard Uhlenbruck | Kölner Aphoristiker und Mediziner. |
| 2018 | Wicky Junggeburth | Kölner Moderator und Nostalgie-Karnevalist; für seinen Einsatz für die leisen Töne im Karneval. |
| 2019 | Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e. V. | Interessenvertretung des Kölner Karnevals; gewürdigt für das rein kölsche Sessionsmotto „Uns Sproch es Heimat“. |
| 2020 | Keine Verleihung | Ausfall wegen der Corona-Pandemie. |
| 2021 | Keine Verleihung | Ausfall wegen der Corona-Pandemie. |
| 2022 | Keine Verleihung | Ausfall wegen der Corona-Pandemie. |
| 2023 | KKG Nippeser Bürgerwehr 1903 e. V. | Erste Kölner Karnevalsgesellschaft, die den Preis für ihr ganzjähriges Engagement im Brauchtum und Mundartpflege erhielt. |
| 2024 | Ehemalige Puppenspieler des Hänneschen-Theaters | Gemeinsame Auszeichnung für Jacky von Guretzky-Cornitz, Charly Kemmerling, Udo Müller und Josef Schönberg. |
| 2025 | Günter „Bömmel“ Lückerath | Gründungsmitglied der Kölner Band „Bläck Fööss“; geehrt für seinen lebenslangen Einsatz für die kölsche Sprache. |
| 2026 | Marc Metzger | Kölner Büttenredner (bekannt als „Dä Blötschkopp“); für seinen humorvollen, herzlichen und sprachpflegenden Einsatz auf der Bühne. |
Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Foto/s): Heribert Hartlage
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