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16. Juli 2026Köln nimmt Abschied von einem Macher des Fastelovends
-hgj/nj- Der Kölner Karneval hat eine seiner prägenden Persönlichkeiten verloren: Rolf Dietmar Schuster ist tot. Der langjährige Präsident der Großen Mülheimer Karnevals-Gesellschaft (G.M.K.G.) starb bereits am 30. Juni 2026 im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit. Mit ihm verliert die Domstadt einen Mann, der über Jahrzehnte hinweg nicht nur den Fastelovend lebte, sondern ihn aktiv mitgestaltete und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machte.
Ein Leben für Köln und den Karneval
Wenn es um engagierte Karnevalisten geht, fällt sein Name unweigerlich. Rolf Dietmar Schuster gehörte zu jener Generation von Fastelovendsgrößen, die den Kölner Karneval nicht als Hobby verstanden, sondern als Lebensaufgabe. Bereits seit 1966 war er im Stammtisch Kölner Karnevalisten aktiv und setzte sich mit großem Engagement für das kölsche Brauchtum ein.
Beruflich machte sich Rolf Dietmar Schuster als Konzert- und Gastspieldirektor einen Namen. Seine wahre Leidenschaft schlug jedoch im Takt des Kölner Karnevals. Ob hinter den Kulissen oder auf der Bühne – Rolf Dietmar Schuster war überall dort zu finden, wo Fastelovend gelebt wurde.
25 Jahre an der Spitze der Großen Mülheimer
Besonders eng verbunden war sein Name mit der Großen Mülheimer Karnevals-Gesellschaft. Von 1974 bis 1999 führte er die traditionsreiche Gesellschaft als Präsident und prägte sie wie kaum ein anderer.
Unter seiner Führung entwickelte sich die G.M.K.G. zu einer festen Größe im Kölner Karneval. Viele Projekte, Veranstaltungen und Initiativen tragen bis heute seine Handschrift. Vereinsintern gilt er als einer der bedeutendsten Präsidenten der Gesellschaftsgeschichte. Sein Einsatz sorgte dafür, daß die Große Mülheimer weit über Köln hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung erhielt.
Auch die Auszeichnung der „Goldenen Feder“, die bis heute einen festen Platz im Vereinsleben besitzt, geht auf seine Initiative zurück.
Der Mann hinter großen Veranstaltungen
Rolf Dietmar Schuster war ein Organisator mit außergewöhnlichem Gespür für erfolgreiche Formate. Zu den Veranstaltungen, die er maßgeblich mitprägte oder organisierte, gehörten unter anderem die legendäre „Lachende Sporthalle“, die Kölner Sechstagerennen sowie verschiedene Karnevalsproduktionen für das Fernsehen.
Dabei beschränkte sich sein Wirken nicht auf die Organisation. Rolf Dietmar Schuster stand selbst auf den Bühnen der Stadt und begeisterte das Publikum als Sänger. Mit kölschen Liedern und seiner unverwechselbaren Art war er bei Sitzungen und Veranstaltungen ein gern gesehener Gast.
Sein größter Coup: Das ZDF kommt nach Köln
Ein Meilenstein seiner karnevalistischen Laufbahn gelang ihm Anfang der 1990er Jahre. Damals schaffte es Rof Dietmar Schuster, die ZDF-Mädchensitzung nach Köln zu holen – ein Erfolg, der dem Kölner Karneval bundesweite Aufmerksamkeit bescherte.
1993 wurde die Sendung erstmals unter dem Dach der Großen Mülheimer ausgerichtet. Vier Jahre später folgte eine weitere Ausgabe. Auch viele Jahre danach blieb die Verbindung bestehen: 2013 kehrte die traditionsreiche Fernsehsitzung erneut zur G.M.K.G. zurück.
Dieser Erfolg war kein Zufall. Als Vorsitzender des Medienausschusses beim Festkomitee Kölner Karneval verfügte Rolf Dietmar Schuster über beste Kontakte in die Medienlandschaft und setzte sich konsequent dafür ein, den Kölner Karneval auch im Fernsehen modern und attraktiv zu präsentieren.
Neue Wege für den Fastelovend
Rolf Dietmar Schuster gehörte nie zu den Menschen, die sich auf Bewährtem ausruhten. Er war offen für neue Ideen und entwickelte gemeinsam mit Partnern verschiedene Fernsehformate, die den Karneval einem breiten Publikum näherbringen sollten.
Dabei bewies er immer wieder Mut zu neuen Konzepten. Sein Ziel war es, den Fastelovend zeitgemäß zu präsentieren, ohne dabei seine kölschen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Genau diese Mischung aus Tradition und Innovation machte ihn zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des Kölner Karnevals.
Auch innerhalb der G.M.K.G. setzte er wichtige Impulse. Unter seiner Führung entstand unter anderem das Vereinsmagazin „Kölle à la G.M.K.G.“. Zudem engagierte er sich für die Nachwuchsarbeit und unterstützte Projekte, die junge Menschen früh an den Karneval heranführen sollten.
Eine Persönlichkeit, die Spuren hinterläßt
Mit Rolf Dietmar Schuster verliert Köln weit mehr als einen ehemaligen Präsidenten. Die Stadt verliert einen leidenschaftlichen Botschafter des Fastelovends, einen Netzwerker, Organisator und Visionär, der über Jahrzehnte hinweg unzählige Projekte angestoßen und begleitet hat.
Wer heute auf die Entwicklung der Großen Mülheimer und vieler Karnevalsformate blickt, kommt an seinem Wirken nicht vorbei. Zahlreiche Veranstaltungen, Ideen und Initiativen, die mittlerweile selbstverständlich erscheinen, tragen seine Handschrift.
Köln sagt leise Servus
Der Abschied fällt vielen schwer. Familie, Freunde, Weggefährten und zahlreiche Karnevalisten erinnern sich an einen Mann, der mit Herzblut für den Fastelovend gearbeitet hat und dessen Name untrennbar mit einem bedeutenden Kapitel der Kölner Karnevalsgeschichte verbunden bleibt.
Oder wie es die Familie in ihrer Traueranzeige mit einem typisch kölschen Satz ausdrückte:
„Loß mer jetzt op Heim jon!“
Ein Satz, der in diesen Tagen viele berührt. Denn mit Rolf Dietmar Schuster geht ein Stück kölscher Karnevalsgeschichte – seine Verdienste um Köln und den Fastelovend werden jedoch bleiben.
Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Grafik): Große Mülheimer Karnevals-Gesellschaft e.V. 1903
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