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23. Juni 2026Jubiläum würdigte sechs Jahrzehnte Einsatz für eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Domstadt
-hgj/nj- Kaum ein Ort erzählt die Geschichte Kölns so eindrucksvoll wie die Ülepooz am Sachsenring. Die mittelalterliche Torburg ist weit mehr als ein Baudenkmal – sie steht für Brauchtum, Tradition und das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen, die sich seit Jahrzehnten für den Erhalt dieses geschichtsträchtigen Ortes einsetzen.
Am Sonntag, 21. Juni 2026, stand die Ülepooz ganz im Mittelpunkt eines besonderen Jubiläums. Der Ülepooz Förderverein feierte sein 60jähriges Bestehen und lud zu einem abwechslungsreichen Festtag ein. Neben einem offiziellen Festakt erwartete die Gäste Musik, Führungen, historische Einblicke und eine bewegende Ehrung für Ludwig Sebus.
Festlicher Auftakt im Humboldt-Gymnasium
Der Jubiläumstag begann mit einem Festakt im Kammermusiksaal des benachbarten Humboldt-Gymnasiums am Sachsenring. Moderator Jürgen Kablitz begleitet die Gäste durch das Programm.
Zu den Ehrengästen gehörten Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, der zugleich Vorsitzender des Ülepooz Fördervereins ist, Gründungsmitglied Oskar Hamacher sowie weitere Persönlichkeiten aus Brauchtum, Kultur und Musik. Ebenfalls dabei waren Stephan Hungerland, Johannes Sesterhenn, Stefan Englert als Direktor des Gürzenich-Orchesters Köln, Michael Rosinus vom Symphonischen Jugendblasorchester und Dirk Wissmann, Präsident und Kommandant der Roten Funken.
Den musikalischen Rahmen gestaltete das Gürzenich-Orchester Köln, Musikerinnen und Musiker der Rheinischen Musikschule sowie das Stadtjugendblasorchester Köln. Mit bekannten kölschen Liedern entsteht eine Atmosphäre, die das Jubiläum paßend begleitet und den Charakter des Tages unterstreicht.
Die Ülepooz öffnete ihre Tore
Nach dem offiziellen Teil verlagert sich das Geschehen an den Ort, um den sich an diesem Tag alles drehte – die Ülepooz selbst.
Nach einer Begrüßung durch Stadtkonservator Dr. Thomas Werner begann ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm. Die Burgwarte führten interessierte Besucher durch die historische Torburg und gaben Einblicke in ihre bewegte Vergangenheit. Musikalische Beiträge der „Mösche vun d’r Ülepooz“ sowie Ensembles der Rheinischen Musikschule sorgten währenddessen für die paßende kölsche Stimmung.
Wer die Gelegenheit nutzte, die historische Wachstube und das Gelände zu erkunden, konnte Geschichte dort erleben, wo sie seit Jahrhunderten ihren Platz hat.
Eine besondere Würdigung für Ludwig Sebus
Zu den emotionalsten Momenten des Jubiläumstages gehörte die Verlegung eines Spendersteins für Ludwig Sebus. Gemeinsam setzten die Roten Funken und der Ülepooz Förderverein damit ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für einen Menschen, der das kölsche Liedgut und die Kultur der Domstadt über viele Jahrzehnte geprägt hat.
Anläßlich seines 100. Geburtstages am 5. September letzten Jahres erhielt das Ehrenmitglied der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. diese besondere Auszeichnung im Innenhof der Ülepooz. Damit soll nicht nur sein künstlerisches Lebenswerk gewürdigt werden, sondern auch seine enge Verbundenheit mit Köln und seinem Brauchtum.
Ein Blick in die Geschichte der Roten Funken
Auch Geschichtsinteressierte kommen beim Jubiläum auf ihre Kosten. Das Archiv-Team der Roten Funken präsentiert ausgewählte Erinnerungsstücke aus der langen Geschichte des Traditionskorps.
Historische Dokumente, Fotografien, Uniformen und weitere Exponate machten deutlich, mit welcher Sorgfalt das kulturelle Erbe bewahrt wird. Viele dieser Stücke sind nur selten öffentlich zu sehen und vermitteln einen spannenden Eindruck von der Entwicklung einer der ältesten Karnevalsgesellschaften Kölns.
Ein Jubiläum mit Bedeutung
Sechs Jahrzehnte Ülepooz Förderverein stehen für unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit und den gemeinsamen Einsatz vieler Menschen, die Verantwortung für ein bedeutendes Stück Kölner Stadtgeschichte übernommen haben. Ohne dieses Engagement wäre der Erhalt der historischen Torburg in dieser Form kaum denkbar gewesen. Sie wurde im frühen 13. Jahrhundert (um 1220 / 1230) als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet und im Jahr 1245 erstmals urkundlich erwähnt.
Das Jubiläum war deshalb weit mehr als ein Vereinsgeburtstag. Es war zugleich ein Dankeschön an alle, die sich über viele Jahre für den Erhalt der Ülepooz eingesetzt haben, und eine Einladung an alle Kölnerinnen und Kölner, diesen besonderen Ort neu oder wieder zu entdecken.
Wer am 21. Juni die Ülepooz besuchte, erlebt nicht nur Musik und Begegnungen, sondern auch ein Stück lebendige Stadtgeschichte – dort, wo Vergangenheit und Gegenwart seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind.
Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Foto/s): Niki Siegenbruck – Foto & Grafik | Köln
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