

-hgj/nj- Wenn die Altstädter Köln 1922 e.V. zum Korpsappell laden, dann ist das stets mehr als ein offizieller Start in die Session – es ist ein Bekenntnis zur Stadt, zu ihrer Geschichte und zu den Menschen, die den Kölner Karneval seit Generationen prägen. Am Dienstagabend, 7. Januar 2026, wurde der ehrwürdige Gürzenich einmal mehr zum Herz der kölschen Altstadt, als das grün-rote Traditionskorps mit einem ebenso feierlichen wie herzlichen Appell offiziell in die neue Session einzog.
Zwischen den kraftvollen Klängen des Regimentsspielmannszuges, den schwungvollen Auftritten des Tanzkorps und den liebevoll dargebotenen Tänzen der Kinder- und Jugendtanzgruppe „Kölsche Dillendöppcher“ zeigte sich eindrucksvoll, wie lebendig die Wurzeln der Altstädter sind. Hier traf Tradition auf Gegenwart, Erfahrung auf Nachwuchs – und alles vereint durch das Gefühl von Heimat, das tief in der Kölner Altstadt verankert ist. Die Vereidigung von 15 neuen Kameraden auf die „Plagge“ der Altstädter fügte sich nahtlos in dieses Bild ein: Menschen, die sich bewußt für das grün-rote Korps, für Köln und für das gelebte Brauchtum entschieden haben.
Ein Anker für die Marie – gelebte Freundschaft über den Rhein hinaus
Einen besonders emotionalen Moment erlebte der Abend mit der Vorstellung der neuen Marie Kathi Kierig, die im Korps liebevoll „Drüvche“ (Träbchen) genannt wird. Neben dem traditionellen „Fässchen“, gespendet vom Senat der Altstädter, trägt sie künftig ein Symbol, das weit über ein schmückendes Detail hinausgeht: einen Original-Marineknopf mit Ankersymbol auf der rechten Schulterklappe. Überreicht von der Besatzung der Korvette „Köln“, steht dieser Knopf für Verlässlichkeit, Zusammenhalt und eine gewachsene Freundschaft.
Seinen Ursprung hat dieses Zeichen in einer kleinen, typisch kölschen Geschichte: Als die ehemalige Marie Jeanette Leithe in der vergangenen Session einen Knopf verlor, half ein Marinesoldat spontan mit seinem eigenen aus. Aus dieser Geste entstand nun eine neue Tradition, die Heimatverbundenheit und Offenheit gleichermaßen verkörpert. Fregattenkapitän Alexander Horn, der an diesem Abend selbst zum Leutnant der Reserve ernannt wurde, übergab den Knopf persönlich – als sichtbares Zeichen der engen Patenschaft zwischen Marine und Altstadt.
Nachwuchsarbeit als Fundament der Altstadt-Tradition
Dass die Zukunft des Karnevals fest in der Altstadt verankert ist, bewiesen bereits zu Beginn des Abends die „Kölschen Dillendöppcher“. Die Kinder- und Jugendtanzgruppe feiert in diesem Jahr ihr 35jähriges Bestehen unter dem Protektorat der Altstädter und steht beispielhaft für eine Nachwuchsarbeit, die weit über den Tanz hinausgeht: Sie vermittelt kölsche Werte, Gemeinschaft und Stolz auf die eigene Stadt.
Auch im Kreis der „Freunde&Förderer“ wächst die Altstädter-Familie weiter. Zahlreiche neue Mitglieder wurden begrüßt, darunter bekannte Kölner Persönlichkeiten wie Julia Schley sowie Frank Schmitz, Geschäftsführer von Merzenich – Menschen, die Köln nicht nur leben, sondern aktiv mitgestalten.
Verdiente Altstädter im Rampenlicht
Ein Korpsappell ist immer auch Anlaß, Danke zu sagen. So wurde Schatzmeister Michael Robens durch den Bund Deutscher Karneval mit dem BDK-Verdienstorden in Gold mit Brillanten ausgezeichnet. Die Ehrung nahmen BDK-Präsident Fess sowie Erich Ströbel, Beisitzer im Präsidium, vor.
Auch das Festkomitee Kölner Karneval würdigte herausragendes Engagement: Kommandant Michael Klaas erhielt den FK-Verdienstorden in Gold, während Günter Annes als ehemaliger Reservekorpsführer, mit dem FK-Verdienstorden in Silber ausgezeichnet wurde. Überreicht wurden die Orden durch FK-Vizepräsident Lutz Schade gemeinsam mit Nadine Krahforst aus dem Vorstand des Literarischen Komitees im FK und Erich Störbel aus dem Vorstand für Karnevalsverbände und Kulturgut im Festkomitee.
Besondere Anerkennung erfuhren zudem Persönlichkeiten, die Köln und die Altstädter über Jahrzehnte geprägt haben: Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns wurde ehrenhalber als Major der Reserve zusammen mit neun weiteren verdienten Karnevalisten, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Wirtschaft und Politik in das Korps aufgenommen. Ulrich Nockemann, Urgestein der Altstädter und ehemaliger Reiterkorpsführer, wurde für seine langjährigen Verdienste feierlich zum General befördert.
Ein feierlicher Abschluß – und ein kölscher Blick nach vorn
Mit dem Großen Karnevalistischen Zapfenstreich fand der Abend seinen würdevollen Höhepunkt. Gemeinsam mit dem Regimentsspielmannszug und dem Orchester Markus Quodt präsentierte sich das gesamte Korps geschlossen und stolz – ein starkes Bild für ein Korps, das tief in der Kölner Altstadt verwurzelt ist und dennoch offen in die Zukunft blickt.
Passend dazu richteten die Altstädter zum Abschluß einen Aufruf an das närrische Köln: Gesucht wird ein neuer Tanzoffizier, der ab der Session 2027 gemeinsam mit Marie Kathi Kierig über die Bühnen der Stadt und der Region wirbelt, das grün-rote Korps repräsentiert und die kölsche Lebensfreude weiterträgt. Bewerbungen können ab sofort an kommandant@altstaedter.de gerichtet werden.
Der Korpsappell 2026 zeigte eindrucksvoll: Die Altstädter Köln sind und bleiben ein Stück lebendige Altstadt – verwurzelt in ihrer Heimat, getragen von Freundschaft und Zusammenhalt und fest verankert im Herzen Kölns.
Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Foto/s): Sandra Schild / Altstädter Köln 1922 e.V.
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