

-hgj/nj- Wer am 1. Februar 2026 das Hotel pullman Cologne betrat, spürte schnell: Diese Sitzung wollte nicht einfach nur unterhalten. Die 6. Goldmarie-Sitzung präsentierte sich als selbstbewußter Mix aus Glamour, Haltung und kölscher Leichtigkeit – und bewies eindrucksvoll, warum die Kölner Damen-KG längst eine feste Größe im Sitzungskalender und im Kölsche Fastelovend ist.
Noch bevor der offizielle Startschuß fiel, setzte eine schillernde Bühnenfigur den Ton des Nachmittags: „Julie Voyage“, alias Ken Reise, eröffnete das Geschehen mit einem Pre-Show-Act als Einsing-Konzert, der augenzwinkernd, extravagant und publikumsnah zugleich war. Kein klassisches Warm-up, sondern ein Versprechen: Hier darf gelacht, gestaunt und gefeiert werden – und zwar ohne Schablone.
Als die Goldmaries anschließend selbst in den Saal einzogen, war der Funke sofort übergesprungen. Präsidentin Tanja Spiegel eröffnete die Sitzung sichtbar bewegt und nutzte diesen Moment nicht nur für Begrüßungsworte, sondern auch für eine Geste, die dem Nachmittag zusätzliche Tiefe verlieh: Ken Reise wurde überraschend zur Ehren Goldmarieund somit zum Ehrenmitglied ernannt. Der spontane, emotionale Dank des Geehrten machte deutlich, daß diese Auszeichnung von Herzen kam – und genau dort auch ankam.

Im weiteren Verlauf zeigte sich die Sitzung programmatisch breit aufgestellt. Mit dem Einzug der Bürgergarde „blau-gold“ und dem Besuch des Kölner Dreigestirns erhielt der Nachmittag eine klassische, karnevalistische Note. „Prinz Niklas I.“, „Bauer Clemens“ und „Jungfrau Aenne“ wurden nicht nur gefeiert, sondern auch mit einer Spende über € 1.111,00 für den Verein CAYA bedacht – ein leiser, aber wirkungsvoller Akzent für Wohnungslose und Bedürftige in Köln die unbürokratisch eine kostenlose medizinische Grundversorgung benötigen.
Humor spielte bei den Goldmaries selbstverständlich eine Hauptrolle, allerdings ohne auf altbekannte Muster zurückzugreifen. Volker Weininger (Der Sitzungspräsident“) und Ingrid Kühne („De Frau Kühne“) nutzten ihre Auftritte weniger für Monologe als für echtes Spiel mit dem Saal. Schlagfertig, direkt und überraschend entstanden Momente, die sich nicht planen lassen – und gerade deshalb wirkten.
Musikalisch setzte die Sitzung auf Abwechslung statt Routine. „Miljö“ trafen mit ihrem energiegeladenen Auftritt den Nerv des Publikums, während andere Bands den Saal immer wieder in Bewegung brachten. Besonders bemerkenswert: kleine Geschichten und spontane Situationen entwickelten sich ganz nebenbei zu Gesprächsthemen des Tages – ein Zeichen dafür, wie nah Bühne und Publikum an diesem Nachmittag beieinanderlagen.
Auch tänzerisch wurde Akzente gesetzt. Das Tanzcorps der KG Seiner Tollität „Luftflotte“ brachte mit ihrer Akrobatik Spannung in den Saal und zeigte, wie viel Mut und Präzision moderner Karnevalstanz erfordert. Später übernahmen „cat ballou“, „Mätropolis“ und die „Domstürmer“ die musikalische Führung, bevor die „Bläck Fööss“ dem Programm ein Finale verliehen, das eher an ein gemeinsames Fest als an einen Schlußpunkt erinnerte.
Am Ende blieb der Eindruck einer Sitzung, die nicht auf Effekte setzte, sondern auf Atmosphäre. Die Goldmarie-Sitzung 2026 war kein lautes Spektakel, sondern ein fein abgestimmter Nachmittag mit Persönlichkeit, Haltung und viel Herzblut.
Dass die Goldmaries im kommenden Jahr neue Wege gehen und am 10. Januar 2027 im Palais der Flora feiern werden, paßt ins Bild: Diese Gesellschaft bleibt in Bewegung – stilvoll, mutig und ganz bei sich.
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
Abdruck nur gegen Honorar und Beleg
Mehr von typischkölsch.de unter http://typischkoelsch.cologne/ und https://www.facebook.com/typischkoelschkoeln/
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzbestimmungen nach den Regeln der EU-DSGVO und stimmen Sie diesen bitte zu. Hier finden Sie unsere Datenschutzbestimmungen!