
V.l.n.r.: Präsident Dirk Kölnigs, Ehrenpräsident Achim Kaschny und Brigitte Kaschny
Ein Meer aus Mützen schimmerte gestern Abend (13. Januar 2026) in der Dunkelheit von Ossendorf – Rot-Weiß dominierte den Joseph-Roesberg-Platz, als die Alte Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“ 1901 e.V. den Auftakt zu ihrem 125jährigen Jubiläum feierte. Der Ort war mit Bedacht gewählt: Genau gegenüber befand sich einst die Kneipe, in der die Gesellschaft vor 125 Jahren gegründet wurde. Was als würdiger Festakt am historischen Ursprung begann, entwickelte sich zu einem der emotionalsten Momente in der jüngeren Vereinsgeschichte.
Bereits ab 18:00 Uhr war der Platz rund um den „Schnüsse-Tring“-Brunnen gut gefüllt. Rund 200 Mitglieder waren dem Aufruf gefolgt – von der Tanzgruppe über den Senat und den Großen Rat bis hin zu den Kammer Wiever bot sich ein beeindruckendes, generationenübergreifendes Bild in den Vereinsfarben.

Eine Familiengesellschaft mit Tradition
Um 18:30 Uhr eröffnete Präsident Dirk Königs den offiziellen Teil. In seiner Rede spannte er den Bogen von den Anfängen als kleiner Veedelsverein bis zur etablierten Familiengesellschaft, die heute fester Bestandteil des Kölner Karnevals in der Innenstadt ist. „125 Jahre sind nicht nur Geschichte, sie sind Verpflichtung und Heimat zugleich“, betonte Dirk Königs.
Der emotionale Höhepunkt: Ein Zapfenstreich für Achim Kaschny
Dann folgte der Moment, der vielen Anwesenden Gänsehaut bescherte. Unter dem Applaus der Mitglieder wurde der langjährige Präsident Achim Kaschny in die Mitte gebeten. 17 Jahre lang hatte er die Geschicke der Gesellschaft erfolgreich geleitet. Als Würdigung für dieses Lebenswerk ernannte Dirk Königs ihn offiziell zum Ehrenpräsidenten der „Schnüsse Tring“. Sichtlich bewegt nahm Achim Kaschny seine neue Ehrenpräsidentenmütze entgegen. Zu seinen Ehren wurde anschließend der „Karnevalistische Große Zapfenstreich“ intoniert. Den feierlichen Rahmen hierfür bildeten gleich zwei Musikzüge: die Musikfreunde Rot-Gold Köln und das Tambour-Korps Rot-Weiss Kleineichen (Regimentsspielmannszug der EhrenGarde der Stadt Köln). In seinen Dankesworten gestand Achim Kaschny: „Das war mein größter Wunsch. Ich weiß diese Ehre zutiefst zu schätzen.“
Ein Lindwurm aus Fackeln
Nach dem offiziellen Teil setzte sich der Abend stimmungsvoll fort. Angeführt von den Musikzügen zog die Gesellschaft wie ein leuchtender Lindwurm mit Fackeln vom Joseph-Roesberg-Platz zum Brauhaus Zimmermanns. Dort wurde der 125. Geburtstag der Gesellschaft bis in den späten Abend ausgiebig gefeiert.
Ein gelungener und würdiger Jubiläumsauftakt, der Tradition und Emotion perfekt verband. Manch einer munkelte beim Kölsch im Zimmermanns bereits: „Vielleicht ist hier heute Abend eine neue Tradition geboren worden.“
Quelle und Foto/s: Alte Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“ 1901 e.V.
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