

-hg/nj- Köln, Friesenstraße, Ostermann-Saal, Ausnahmezustand. Wenn die Altstädter Köln zur Herrensitzung laden, dann wird nicht einfach gefeiert – dann wird Geschichte geschrieben. Was sich an diesem Nachmittag in den ehrwürdigen Hallen der Sartory-Betriebe abspielte, war ein berauschendes Manifest kölscher Lebensfreude, Disziplin, Humor und testosterongeladener Heiterkeit. Ein Fest, das nicht nur die Altstädter beseelte, sondern jeden Gast, der auch nur ansatzweise ein Herz für den Kölner Karneval besitzt, gnadenlos begeistert.
Schon vor dem ersten Ton war klar: Hier ist nichts von der Stange. Der neue Elferratstisch – eine Augenweide aus Würde, Tradition und Moderne – wurde vom Senat der Altstädter mit einem Engagement im mittleren fünfstelligen Bereich gesponsort. Präsident Dr. Björn Braun fand dafür nicht nur warme Worte, sondern bat die anwesenden Senatoren, sich von ihren Plätzen zu erheben. Ein Moment voller Respekt, Stolz, Dank und stiller Anerkennung – sichtbar für jeden im Saal und sinnbildlich für den Rückhalt, den dieses Traditionskorps genießt.
Der Auftakt? Ein Gänsehautmoment. Das gesamte Korps der Altstädter zog – begleitet von den heiter-heroischen Klängen des Regimentsspielmannszuges – in den Saal ein. Kein langsames Warmwerden, kein Zögern: Ab der ersten Minute war der Ostermann Saal elektrisiert. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten gehörte die Bühne dem Tanzpaar Kathie Kierig und Jens Käbbe – und insbesondere der Marie, die hier ihre umjubelte Premiere auf diesem Podium feierte. Ein Auftritt, der Eleganz, Präzision und jugendliche Strahlkraft zu einer eindrucksvollen Visitenkarte bündelte.
Nach dem musikalischen Ausmarsch mit dem Altstädter Marsch des Korps schalteten die Herren im Parkett geistig auf Empfang – und wurden reich belohnt. Martin Schopps dozierte in seiner „Rednerschule“ gewohnt pointiert, klug und treffsicher über die Absurditäten des Alltags. Kaum hatte man sich vom Lachmuskelkater erholt, betrat Volker Weininger die Bühne. In seiner Paraderolle als „Der Sitzungspräsident“ ließ er den Saal beben: Zwischen frenetischem Applaus, Zwischenrufen und nicht enden wollenden stehenden Ovationen zeigte sich einmal mehr, warum diese Figur längst Kultstatus genießt. Dies veranlaßte den Ehrenpräsidenten der Altstädter Hans Kölschbach, nicht im Parkett diesen bombastischen Vortrag zu genießen, sondern dem „Sitzungspräsidenten“ als „persönlicher Köbes“ ein Kölsch nach dem anderen zu servieren.
Vor der Pause wurde es musikalisch und wie! Die „Funky Marys“ verwandelten die Sitzung kurzerhand in eine Stehung, ließen den Saal singen, schunkeln und tanzen, bevor Guido Cantz als „Der Mann für alle Fälle“ noch einmal humoristisch nachlegte und das Publikum restlos für sich gewann.
Nach einer Pause, die bei Frikadellchen, Currywoosch und Kölsch eher der kurzen Reorganisation als der Erholung diente, marschierte die Ehrengarde der Stadt Köln auf – und entführte die Herren erneut in einen Strudel aus Musik, Disziplin und tänzerischer Klasse. Das Tanzpaar Franziska Suhr und Philipp Klingenhäger sowie die grün-gelben Kadetten setzten weitere Glanzlichter, die den Saal ein ums andere Mal zum Kochen brachten.
Musikalisch ließen anschließend die „Domstürmer“ und die „Höhner“ keine Wünsche offen. Selbst die Cheerleader des 1. FC Köln sorgten für zusätzliche Stimmungsspitzen. Kurz vor 18.00 Uhr fand diese Herrensitzung ihren offiziellen Abschluß – inoffiziell jedoch hallte sie noch lange nach: in heiseren Kehlen, glücklichen Gesichtern und Gesprächen, die man so nur nach einem wahrhaft großen karnevalistischen Ereignis führt.
Diese Herrensitzung war kein Programmpunkt – sie war ein Statement. Die Altstädter Köln haben eindrucksvoll bewiesen, dass Tradition und Leidenschaft, Humor und Haltung, Musik und Männerfreundschaft eine explosive Mischung ergeben. Wer dabei war, wird davon erzählen. Wer es verpaßt hat, weiß jetzt: Das war ein Fehler.
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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