

-hgj/nj- Mit einem eindrucksvollen Corpsappell ist die Nippeser Bürgerwehr am 6. Januar 2026 feierlich in die neue Session gestartet. Rund 650 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Medien und dem karnevalistischen Brauchtum folgten der Einladung ins Maritim Hotel Köln und erlebten einen Abend, der die Werte der Gesellschaft in besonderer Dichte widerspiegelte: Verlässlichkeit, Dankbarkeit, Gemeinschaft – und nicht zuletzt eine gehörige Portion kölschen Humors.
Präsident Michael Gerhold und Kommandant Mario Moersch führten gemeinsam durch einen ebenso festlichen wie kurzweiligen Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und geschlossen die Nippeser Bürgerwehr nach 123 Jahren Vereinsgeschichte auftritt. Der Corpsappell wurde so einmal mehr zu einem Treffpunkt der Stadtgesellschaft und zu einem sichtbaren Bekenntnis zur Verantwortung des Karnevals über die Session hinaus.
Neue Kameraden, treue Weggefährten und gelebte Anerkennung
Ein zentraler Moment des Abends war die Vereidigung von 29 neuen Kameraden, die feierlich und mit großem Applaus formell in die Gesellschaft aufgenommen wurden. Sie stehen stellvertretend für den kontinuierlichen Zuwachs und die Attraktivität der Nippeser Bürgerwehr, die Tradition und Offenheit seit jeher miteinander verbindet.
Ebenso würdevoll fiel der Blick zurück aus: Insgesamt 18 Jubilare wurden für ihre 15, 20, 25, 30, 40 und 45 Jahre Treue geehrt. Präsident Michael Gerhold dankte ihnen mit Ehrennadeln und Urkunden für ihr langjähriges Engagement. Besonders hervorgehoben wurden Rudi Buch und Alfred Kröll, die der Nippeser Bürgerwehr seit beeindruckenden 45 Jahren die Treue halten – ein Zeichen von Beständigkeit, das in der heutigen Zeit Seltenheitswert hat.
Überraschung für den Präsidenten – und ein Moment kölscher Unberechenbarkeit
Wer Michael Gerhold kennt, weiß um seinen ausgeprägten Sinn für Ordnung, Ablauf und Kontrolle – insbesondere auf der Bühne. Umso größer war die Überraschung, als seine Vorstandskollegen genau diesen Umstand augenzwinkernd nutzten. Mitten während der Ehrungen unterbrach Vorstandsmitglied Max Rudloff das Geschehen und kündigte mit ernster Miene eine „notwendige Unterbrechung“ an. Begründung: Als Traditionskorps müsse alles seine Ordnung haben – und diese sei an diesem Abend angeblich mehrfach verletzt worden.
Spätestens als Max Rudloff die korrekte Uniformierung des Präsidenten öffentlich infrage stellte und weitere Vorstandsmitglieder zur „Überprüfung“ auf die Bühne bat, wich das anfängliche Staunen im Saal einem breiten Schmunzeln. Michael Gerhold selbst reagierte zunächst sichtbar irritiert, nahm die humorvolle Inszenierung jedoch sportlich auf. Im Nachgang bekannte er lachend: „Wer mich kennt, weiß, daß ich vieles ertrage – aber nicht, wenn ich nicht weiß, was als Nächstes passiert.“ Der Lacherfolg war dem Vorstand gewiß – und die Überraschung perfekt.
Ehrungen, Auszeichnungen und besondere Ernennungen
Für acht Jahre herausragenden Einsatz an der Spitze der Gesellschaft erlebte Präsident Michael Gerhold schließlich selbst einen emotionalen Höhepunkt: Der Vorstand überraschte ihn mit der Ernennung zum Generalleutnant – eine Würdigung, die seine Verdienste um die Nippeser Bürgerwehr eindrucksvoll unterstreicht.
Eine besondere Überraschung hatte der Senat der Appelsinefunke, wie die Nippeser Bürgerwehr aufgrund ihrer orange-weißen Farben genannt wird, an Abend des Corpsappell. Der Senat der Nippeser Bürgerwehr ist eines der Fördergremien der Gesellschaft. Sie sind ein Kreis von Jecken, die sich im Senat zusammengeschlossen haben und Freunde geworden sind. Verbunden durch den Willen, die Nippeser Bürgerwehr als festen Bestandteil des Kölner Brauchtums zu erhalten und zu stärken, leben sie unter dem Motto: „Fördern, Gestalten und Feiern“ Kölner Karnevalstradition. Für den Kauf der an versierten Immobilie, überreichte der Senatsvorstand (Alexander Gewehr Präsident, Udo Sitzius Vizepräsident, Udo Kerkfeld Geschäftsführer und Andreas Wolf Schatzmeister) stellvertretend für ihre Corpsgesellschaft ein Scheck in Höhe von € 175.000,00 an den Vorstand.
Musikalisch wurde Geschichte geschrieben mit der Ernennung der IG NBW-Köln Stammheim zum Ehrenspielmannszug. Nach 2 x 11 Jahren als verlässlicher Taktgeber der Gesellschaft erhielt die Formation diese besondere Auszeichnung – ein Dank für Kontinuität, Qualität und Verbundenheit.
Insgesamt elf Mitglieder wurden mit der Bürgerwehrmedaille der Nippeser Bürgerwehr ausgezeichnet. Die Sonderstufe in Silber erhielten Max Rudloff, Hellmut Schüßler und Marcus Wirtz, die Sonderstufe in Gold ging an Dr. Helmut Loggen. Eine weitere hochrangige Ehrung folgte mit der Verleihung des BDK-Verdienstordens in Gold an Michael Lambrechts, überreicht durch BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess gemeinsam mit Erich Ströbel.
Zu den zehn neu ernannten Ehrenleutnanten zählen stellvertretend für alle Genannten Ben Bereuter und Michael Conemann von den Altstädtern Köln, Dr. Marco Hollekamp von der EhrenGarde der Stadt Köln sowie Markus Marx von der Bürgergarde „blau-gold“ – ein sichtbares Zeichen der engen Verbundenheit der Traditionskorps untereinander.

Feierlicher Ablauf mit Herz und Haltung
Der Corpsappell folgte einem klar strukturierten Ablauf, der Tradition und Unterhaltung gekonnt verband: vom Kölschempfang über einen stimmungsvollen Intro-Film, Ernennungen und Beförderungen der Ehrenoffiziere, die Ostermann-Revue mit Michael Hehn als Willi Ostermann und Nici Kempermann als Käthe Ostermann bis hin zum Corpsaufzug mit den Tänzen des Tanzpaares Svenja Klupsch und Niklas Wilske sowie der Wache.
Nach dem traditionellen Essen – Frikadellen mit Muhrenjemangs – folgten weitere Beförderungen im Reservecorps, Corps à la suite, Senat und Reiter-Corps, zusätzliche Jubilare-Ehrungen sowie die Auszeichnungen mit Sonderstufen- und Ehrenorden. Den stimmungsvollen Schlußpunkt setzte ein musikalisches Finale mit Recap von Michael Kuhl.
Der Corpsappell 2026 der Nippeser Bürgerwehr zeigte eindrucksvoll: Hier wird Brauchtum nicht verwaltet, sondern gelebt. Mit klarer Haltung, gegenseitigem Respekt und einer tiefen Verwurzelung im Veedel blickt die Gesellschaft geschlossen und selbstbewusst in die neue Session.
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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