

-hgj/nj- Schlag auf Schlag startete die Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V. Köln am ersten Wochenende des neuen Jahres fulminant in das närrische Treiben der Session. Nach dem feierlich heiteren Beförderungsappell im ehrwürdigen Alten Wartesaal am Vorabend (3. Januar 2026), setzte sich der Reigen am nächsten Morgen mit der traditionellen Regimentsmesse im Heimatstadtteil Ehrenfeld fort – ein würdiger und besinnlicher Auftakt, der Kameradschaft und karnevalistische Tradition auf besondere Weise vereinte.
Von dort aus führte der Weg der Gardisten und Gäste ins Hotel Pullman Cologne, wo sich vor dem närrisch hergerichteten Fest- und Bankettsaal bereits zahlreiche Herren versammelt hatten. Die Vorfreude war spürbar, als man gespannt auf den Einlaß zur Herrensitzung des blau-goldenen Traditionskorps wartete – einer Veranstaltung, die längst zu den festen Größen im Kölner Sitzungskalender zählt.
Mit dem schmissigen Einzug des Korps, musikalisch begleitet vom Regimentsspielmannszug mit bekannten Märschen und karnevalistischen Klassikern wie „Kölsche Jung“ und dem traditionellen „Blau-Goldenen Marsch“, erreichte die Stimmung sofort ihren ersten Höhepunkt. Flankiert vom Tanzpaar (Selina Jauch und Christopher Wallpott )begrüßte Präsident Markus Wallpott das Publikum herzlich im restlos ausverkauften Saal.
Im Wechselspiel zwischen den präzise vorgetragenen Musikstücken des Spielmannszuges präsentierten das Tanzpaar sowie die tanzenden Gardisten ihre beeindruckenden Einstudierungen. Diese Darbietungen waren das sichtbare Ergebnis intensiver Probenarbeit, die selbst in der karnevalslosen Sommerzeit mit Disziplin und Leidenschaft betrieben wurde. Das Publikum dankte es mit langanhaltendem Applaus, stehenden Ovationen und einem kräftigen, dreifachen „Kölle Alaaf“, ehe die Akteure traditionell mit Klatschmarsch und einem musikalischen Potpourri der Spielleute aus dem Saal geleitet wurden.
Nun gehörte die „Bütt“ – besser gesagt die Bühne – ganz den Spitzenkräften des Kölschen Fasteleers. Den Anfang machte Jörg Runge, der in seiner unverwechselbaren Type als „Tuppes vum Land“ gekonnt als Eisbrecher fungierte. Mit feinem Wortwitz, treffsicheren Pointen und seiner Reimrede sorgte er rasch für Ruhe im Saal und legte damit das perfekte Fundament für den weiteren Verlauf der Sitzung.

Es folgten J. P. Weber (Jörg-Paul Weber) mit schlagkräftigem Wortwitz und virtuosem Mandolinenspiel sowie kölschen Liedern zum Mitschunkeln. Martin Schopps, der die Herren des Auditoriums augenzwinkernd zu einer Besichtigung seiner legendären „Rednerschule“ einlud sorgte wie seit Jahren durch sprachliche Feinheiten, pädagogische Seitenhiebe und kölsche Lebensweisheiten und brillierte hiermit für beste Unterhaltung.
Im Anschluß daran übernahmen die „Höhner“ das musikalische Zepter. Mit einer Mischung aus neuen Sessionstiteln und unvergessenen Klassikern wie „Viva Colonia“, „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ und „Echte Fründe“ brachten sie den Saal endgültig zum Kochen.
Mit Volker Weiniger alias „Der Sitzungspräsident“ hatte Vizepräsident und Literat Udo Koschollek nach J. P. Weber und Martin Schopps schließlich nach Gang das komplette „Herrengedeck“ auf die Bühne seiner Bürgergarde geholt. Wortgewandt, selbstironisch und mit einem feinen Gespür für die Eigenheiten des Sitzungspublikums traf Volker Weiniger Punkt für Punkt ins Schwarze.
Musikalisch und tänzerisch wurde es anschließend bei den letzten Programmnummern dieser ersten blau-goldenen Sitzung. Nach dem Auftritt von „Eldorado“, die mit Titeln wie „Domstadtjunge“, „Kölsche Mädche“ und „Verlieb dich nie (Thekenmädche)“ echte Stimmungsgaranten lieferten, zog Präsident Markus Wallpott eine jung charmante Augenweide aus dem Hut: die Damen der „Fauth Dance Company“. In ihren wie immer grazilen Choreografien und glanzvollen, knappen Kostümchen ließen die Mädels die Augen des gesamten Auditoriums und des Elferrates förmlich strahlen.
Den absolut perfekten Schlußpunkt setzten die „Paveier“, die ihr breites Repertoire von frühen Liedern bis hin zu den aktuellen Titeln der laufenden Session präsentierten. Spätestens bei „Leev Marie“, „Heimat es…“ und den neuen Mitsing-Hits hielt es niemanden mehr auf den Stühlen.
Nach fast viereinhalb Stunden perfekter karnevalistischer Unterhaltung zog es die Herren schließlich an die Theke im Foyer-Bereich des Pullman Cologne Hotels. Neben Kölsch und Schaub, angeregten Gesprächen und reichlich Stoff zum Fachsimpeln über diesen phantastischen Nachmittag wurde dort auch schon der Blick nach vorne gerichtet – denn selbstverständlich mußten direkt die Karten für die Session 2027 bestellt werden, womit die Herren sich einen freien Sonntag im kommenden Jahr ohne Frau, Freundin und Familie sicherten.
Einmal mehr bewies die Bürgergarde „blau-gold“, daß sie Tradition, Qualität und kölsche Lebensfreude auf höchstem Niveau zu vereinen weiß.
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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