50. Traditioneller Grielächer Herrenfrühschoppen

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Et jeiht wigger loss! – Grielächer-Senatspräsident Helmuth Schmitz und Präsident Rudi Schetzke freuen sich auf den riesingen Zulauf ihres 50. traditionellen Herrenfrühschoppen und der ersten großen karnevalistischen Großveranstaltung Köln nach dem bundeweisten Lockdown

-nj- Gestern Vormittag (10. Oktober 2021) ab 11.00 Uhr starteten die KG Kölsche Grielächer mit ein wenig Verspätung zum 50. Mal ihren traditionellen Herrenfrühschoppen. Mit Verspätung? Ja, denn die in Köln und dem näheren Rheinland seit Jahrzehnten zur karnevalistischen Kultveranstaltung avancierte „Sitzung nor för Häre“ (Anm. d. Red.: mit „All Inklusive“-Eintrittspreis und Kölsch bis zum Abwinken) hat ihren Ursprung im Jahre 1969 in der Kantine des alten Polizeipräsidium am Waidmarkt.

Wenn man jetzt nachrechnet, kommt man(n) allerdings bei diesem närrischen Silberjubiläum in 2019 an. Die „Verspätung“ resultiert allerdings zum einen durch den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln in 2009, indem der Frühschoppen damals im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium über die Bühne ging und nicht stattfinden durfte, da sich das Gymnasium gegenüber der Einsturzstelle befindet. Ein weiteres Jahr „Verspätung“ brachte sodann der Herbst 2020, dem Corona-bedingt ab Frühjahr 2020 bis in diesen Sommer hinein, bundesweit alle Veranstaltungen aufgrund der Infektionsschutzbestimmungen bundesweit zum Opfer fielen.

V.l.n.r.: Ken Reise, Martin Schopps („Rednerschule“), Jörg-Paul Weber („JP Weber“) sowie Volker Weininger („Der Sitzungspräsident“)

Im Übrigen, geht die Idee hierfür auf den vor einigen Jahren verstorbenen Ehrenpräsidenten der Grielächer Hans Bauhof zurück, welcher auch Nestor des Festkomitees Kölner Karneval war. Bedingt durch den Erfolg des Herrenfrühschoppens und dem Ansturm der Männer rund vier Wochen vor dem eigentlichen Start in die Session am 11. im 11., wechselten die Grielächer immer mal wieder den Saal und sind seit 2010, also seit genau 1 x 11 Jahren in der Aula des Humboldt-Gymnasium am Karthäuser Wall zu Gast.

Bevor allerdings das Programm hierfür starten konnte, kümmern sich elf fleißige Grielächer um Sauberkeit, Aufbau und den logistischen Hintergrund für Speisen und Getränke. „Innerhalb von rund fünfeinhalb bis sechs Stunden ist dann alles Picco Bello, die Bestuhlung samt Tischen und Bühne und Dekoration aufgestellt und Licht- und Tontechnik mit Soundcheck parat für den nächsten Morgen und die 450 zu erwartenden ‚Häre‘“, berichtet Bernd Krömpke als Zugleiter und „Mädchen für alles“.

Anders als sonst war heute nach erfolgter Corona-Abstinenz des letzten Jahres allerdings das nicht Präsident Rudi Schetzke, sondern Ken Reise nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Grielächer die Moderation übernahm. Rudi Schetzkes Stimme ist derzeit angegriffen, so daß er und sein Vorstand die Moderation – der in 31 Tage beginnenden Session – in andere Hände legten.

Nach Begrüßung und Übergabe des Mikrophons kündigte Ken Reise als ersten Redner des Jubiläums-Herrenfrühschoppens Martin Schopps an welcher die „Rednerschule“ heute außer acht lies, und, mit spitzer Zunge und süffisant die Zeit zwischen Aschermittwoch 2019 und dem heutigen Morgen bei Kölns erster großer karnevalistischer Veranstaltung nach dem Lockdown unter die Lupe nahm. Dies dankten die rund 450 Männer im Saal, sorry in der Aula mit stehenden Ovationen, denen man nicht nur den Durst nach frischegezapften Reissdorf-Kölsch sondern auch den Appetit nach Karneval mit zotigen Reden, alten und neuen Hits sowie Tanzdarbietungen anmerkte.

V.l.n.r.: „Räuber!“, Nummerngirl „Leonie“ und „Domstürmer“

Nach der Überleitung zum zweiten Programmpunkt stand die Performance der „Räuber“ auf dem Programm des kommissarischen Literaten Thorsten Stommel, welche neben ihren seit Jahren bekannten Liedern auch die neuen Songs zur Session „Alles hät sing Zick“ im Repertoire hatten. Mit Maren Magnus, haben die altgedienten wie karnevalserfahrenen Grielächer ein neues Gesicht in ihren Reihen, denn die 26jährige wird künftig als Marketenderin der Gesellschaft den Elferrat verjüngen und aufhübschen und wurde nach den „Räubern“ von Rudi Schetzke dem Auditorium vorgestellt wurde.

Im Anschluß an die Pause folgte Moderator Ken Reise wieder dem Programmblatt von Thorsten Stommel, welcher zur Ankündigung der nächsten Topcats wie bei allen Programmpunkten, das diesjährige Nummerngirl „Leonie“ auf die Bühne holte. „Unser diesjähriges Nummerngirl ist allen noch in guter Erinnerung, da sie schon beim ersten Herrenfrühschoppen im Jahre 1969 einen bravourösen Auftritt hatte. Heute zählt sie stolze 87 Lenze“, witzelte Thorsten Stommel gegenüber typischkölsch.de.

Als Deutschlands führende Virologen an der Theke und wie immer hart am Glas, sozusagen als erfahrener „Bierologe“, hatten die Grielächer Volker Weininger („Der Sitzungspräsident“) eingeladen, der dank hochprozentigen Schnäpsen und zahlreichen Hektoliter Kölsch und Pils gut durch die Pandemie gekommen ist. Allen Impfgegnern hielt er in seiner perfektionierten Rede den Spiegel vor. So hatte ihn sein Kumpel Hermann bei einer Auffrischung der Schluckimpfung an einer Theke gefragt, warum man sich als gesunder Mensch impfen lassen solle. Die Antwort des Sitzungspräsidenten fiel hierzu wie immer ehrlich, kurz und knallhart aus, denn: „Weil dies das Prinzip jeder Impfung ist. Denn wenn man ein Kondom erst im Kreissaal anzieht, bringt dies auch nicht mehr!“

Diesem Prinzip waren auch die Kölsche Grielächer gefolgt, die unter Einhaltung bestehender Corona-Verordnung den sonnigen Herbsttag unter Männern unter 2G-Regelungen stellten. Schlag auf Schlag folgte als letzten Punkt vor der Pause und leckerem Imbiß (Kartoffel-Möhren-Stampf mit Frikadellen) bei dem „JP Weber“ (Jörg-Paul Weber) mit heiterem Klaaf und einzigartigem Spiel „op d´r Flitsch“ (Mandoline) das Publikum begisterte, den Hans Süper als Kölsches Urgestein vor einigen Jahren zu seinem Nachfolger geadelt hat und ihm seine „Flitsch“ überreichte.

V.l.n.r.: Rudi Schetzke und Maren Magnus, „Fauth Dance Company“, Sascha Bley umrahmt von den charmanten Damen der „Fauth Dance Company“

Neben zahlreichen Ehrengästen (unter anderem Sascha Bley – Orden Bley Bonn, Uwe Brüggemann und Alfred Kröll – ehemalige FK-Vorstandsmitglieder, Manfred Krombach – Sound Express, „Dä Knubbelisch vum Klingelpötz“ – Ralf Knoblich, Henrik Große-Perdekamp und Hartmut Korthäuer – Direktoren der Maritim Hotels Köln und Stuttgart), die ihren Grielächer seit Jahr und Tag die Treue halten, gehörten auch wieder zahlreiche Herren närrischen kölschen Lebens. So „Dä Mann met däm Höötche“ Peter Raddatz (Grielächer des Jahres 2015), die Ehren-Grielächer Jörg Kaltwasser, Ulrich Kolander und Reinhold Masson, der Literatenstammtisch mit ihrem „Baas“ Rudi Fries, Dr. Heinz-Peter Schnepf (Präsident der DKG „Schäl Sick“), Michael Gerhold (Präsident der KKG Nippeser Bürgerwehr , oder die „Medienklaafer“ (Pressesprecherstammtisch der Kölner Karnevalsgesellschaften) im mit ihrem „Ehren-Baas“ Georg Steinhausen.

Mit den jungen hübschen Mädels der „Fauth Dance Company“ schlugen die Herzen der Herren wieder schneller und höher, die nach 20monatiger Zeit ohne Fastelovend ein absolut passender Programmbeitrag für die glänzenden Äugelchen des Publikums waren. Ken Reise hatte für Sascha Bley eine besondere Überraschung parat, da der junge und ideenreiche Bonner Ordenshersteller gerne einmal mit den Mädels der „Fauth Dance Company“ auf der Bühne stehen wollte. Fraglich ist nur, ob Sascha Bley weiterhin im Premiumbereich seines Vaters Ingo und Onkels Michael Bley treu bleibt, oder in den tänzerischen Bereich bei Saskia Fauth und der „Fauth Dance Company“ wechselt!?!

Diesen folgte der Auftritt der „Domstürmer“ mit alten und neuen Hits, wodurch der Schlußpunkt des großartigen morgendlichen Frühschoppens gesetzt wurde. Wie immer präsentierten die Kölsche Grielächer mit dieser Veranstaltung nicht nur einen Vorgeschmack auf ihre eigene und zugleich Kölns größte Herrensitzung am 9. Januar 2022 im Hotel Maritim, sondern auch für ihre Mädchensitzung und Miljöh-Sitzungen die ebenfalls im gleichen Hotel am Heumarkt stattfinden.

Quelle: © 2021 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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