„Jan von Werth“ hält für Dreigestirn und Tanzpaar mit „One Moment In Time“ die Zeit an

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-hgj- Wie bei allen anderen diesjährigen Sessionsveranstaltungen des Reiter-Korps „Jan von Werth“, gab es auch für den heutigen Abend für die Kostümsitzung und gleichzeitig letzte Sitzung der Session 2020 einen besonders hohen Run auf die Eintrittskarten. Außenseiter mögen jetzt spekulieren das dies an der Gestellung der Gesellschaft des Kölner Dreigestirns liegt, welches aber verneint werden muß, da das Reiter- und Traditionskorps stets hochwertige Programme zusammenstellt, die aus der Feder ihre Literaten Stefan J. Kühnapfel stammen.

Diesjährig durfte Stefan J. Kühnapfel allerdings nicht nur die Programme mit Rednern, Musikern und Tanzgruppen zusammenstellen, auch die Moderration lag in seinen Händen, da er im vergangenen Frühjahr zum Nachfolger von Präsident Jörg Mangen gewählt wurde und seine erste Session mit Bravour und Stil meisterte.

Der Abend startete mit dem Aufmarsch der Kinder- und Jugendtanzgruppe, die vor etlichen Jahren auf Initiative des heutigen Ehrenpräsidenten Jürgen Blum und des leider im vergangenen Jahr verstorbenen Ehrenvorsitzenden Severin Müller hervorgeht und nicht nur ein Augenschmaus für alle Erwachsenen ist, sondern auch ein weiteres Aushängeschild der „Jan von Werther“ ist. Die „Pänz“, zeigten sich gleich nach ihrem Einmarsch in den großen Saal der Sartory-Betriebe in Bestform, so daß hierbei neben reichlich Applaus, die erste Rakete des Abends abgebrannt wurde. Leider müssen die jungen Tänzerinnen und Tänzer in der kommenden Session auf einige Jungs und Mädels ihrer Tanzgruppe verzichten, da diese ihre Volljährigkeit erreicht haben und sicherlich in den vier Schwadronen ihres Korps oder in anderen Tanzgruppen und -korps auch weiterhin den Kölner Karneval in die Säle tragen.

Nach diesem Abschied, bei dem immer Tränchen fließen, schenkte das herrlich kostümierte wie gutgelaunte närrische Auditorium Ingrid Kühne sein Gehör, da „De Frau Kühne“ allerlei aus ihren Alltags- und Eheleben zu berichten wußte und Lachfalten in die Gesichter trieb. Mit „Brings“ hatte die Kostümsitzung ihren ersten musikalischen Höhepunkt, bei dem auch der neueste „Brings“-Hit „Sünderlein“ nicht fehlte. Ruhigere Töne und einen wundervollen Verzäll brachte sodann „J.P. Weber“ (Jörg Paul Weber) mit, der neben Anekdötchen und kölschen Klaaf seiner Mandoline unter anderem das Lied „Der letzte Wage es immer ne Kombi“ entlockte, da irgendwann bei uns allen das irdische Leben endet.

Als zweites Blättchen des Kölner Kleeblatts holte Stefan J. Kühnapfel nach Ausnahmekünstler „J.P. Weber“ die „Höhner“ aufs Podium. Hiernach marschierten die vier Schwadrone des Reiter-Korps samt „Jan un Griet“-Paar“ Dirk und Jackie Kenntner auf die Bühne, die beindruckend ihre Grußworte, und Darbietungen zusammen mit der Korpskapelle, den Tanz- und Reservekorps, wie auch ihrem Tanzpaar Britta Schwadorf und Florian Braun präsentierten. Hierbei hieß es Abschied nehmen, und zwar nicht vom Sitzungskarneval sondern vom eigenen Tanzpaar, welches nach vier Jahren die Tanzstiefel zur Seite legt. Ihnen zur Ehre hatten sich die Tanzpaare anderer Kölner Korpsgesellschaften eingefunden, die Britta und Florian nicht nur mit von Herzen kommen Worten verabschiedeten, sondern auch noch Erinnerungsgeschenke an die gemeinsame Zeit mitgebracht hatten.

Von ihren „Jan von Werthern“, erhielt Britta Schwadorf symbolisch einen Hut der Commedia dell’Arte, womit klar war, daß die Marketenderin des Reiter-Korps ihre neue Heimat bei der Damen-KG der Colombinen gefunden hat, deren Name richtigerweise „Colombina Colonia“ lautet. Florian Braun bleibt im Tanz- und Reservekorps und erhielt hierzu einen Säbel, da die Tanzoffiziere der neuen Korpsgesellschaften während ihrer aktiven Zeit diesen Uniformbestandteil nicht benötigen.

Nach diesen sentimentalen wie emotionalen Momenten des Abschieds, zogen das Publikum zusammen mit den Schwadronen und der Korpskapelle aus dem Saal, wo man die erste Abteilung des Abends resümierte und hoch leben ließ.

Mit dem Tanzcorps Sr. Tollität „Luftflotte“ öffnete sich alsdann der Vorhang zur zweiten Abteilung, der ebenso hochkarätig besetzt war wie der erste Teil der Kostümsitzung. Hierbei brillierte nach den phantastischen Tänzen, Höchstleistungen und dem Höhenflug der „Luftflotte“ Volker Weininger, dessen Rede als „Sitzungspräsident“ man allerdings in der trostlosen karnevalsfreien Phase zwischen Aschermittwoch und dem 11. im 11. sehr vermissen wird. Wenn auch die Zeiger der Uhren bereits kurz nach Mitternacht anzeigten, sollte das Programm noch weitergehen, bei dem als nächste die Roten Funken mit Regimentsspielmannszug, Tanzpaar und ihrem Tanzkorps mitmischten und restlos überzeugten.

Vor den beiden letzten Programmhighlights der grün-weißen Kostümsitzung gehörte noch eine junge Band aufs Podium im großen Sartory-Saal, für die „cat ballou“ gewonnen werden konnte. Sodann folgte ein ganz besonderer und sicherlich noch nie zuvor dagewesener Empfang für das Kölner Dreigestirn mit Fähnchen wie grünen und weißen Knicklichtern (Leuchtstäben), da alle drei Protagonisten gestandene Mitglieder des „Jan von Werth“ sind, und hier ein Heimspiel hatten, wofür sie ab ihrem Einzug mit der eigenen Korpskapelle und den „Fidele Kölsche“ frenetisch gefeiert wurden.

Als Dankeschön für diese unvergeßliche Zeit, die Natürlichkeit von „Prinz Christian II.“ „Bauer Frank“ und „Jungfrau Griet“, die bei jedem ihrer rund 450 Besuche ihre Herzlichkeit zeigten und ein traumhaftes Trifolium sind, überraschte das Reiter-Korps Prinz, Bauer und Jungfrau, zusammen mit dem scheidenden Tanzpaar zum Finale mit dem Auftritt der Solistin Maria Berger, die die Zeit mit Whitney Houstons „One Moment In Time“ stehenließ.

Quelle (Text): © 2020 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Foto/s): Jürgen Peters
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