Altstädter Köln machen Reden ihrer Miljö-Sitzung auch für hörbehinderte und taube Menschen zum Genuß

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-hgj/nj- Im restlos ausverkauften Kristallsaal der koelnmesse feierten die Altstädter Köln heute Abend ihre Miljö-Sitzung. Wenn man ansonsten lieber linksrheinisch im eigenen Veedel in Gürzenich, Maritim Hotel oder Wartesaal am Dom seine Sitzungen und Veranstaltungen zelebriert, galt es heute den Rhein in Richtung Schäl Sick zu überqueren und von hieraus das Panorama der Altstadt mit Dom, Groß Sankt Martin und dem Fischmarkt zu genießen.

Alsdann eröffneten die „Kölsche Dillendöppcher“ als unter dem Patronat der Altstädter stehenden Kinder- und Jugendtanzgruppe den Abend im Kristallsaal, die gleich die Herzen des gesamten Publikums eroberten. Nach der Zugabe, ohne die die „Pänz“ nicht von der Bühne zu bekommen waren, erklang der Marsch des grün-roten Traditionskorps vom Alder Maat, womit man sich selbst ankündigte und die Miljö-Sitzung in Schwung brachte. Mit „Hundertfuffzich Mann un en Fahn vürrendran“, konnte man den Einzug des Altstädter Korps mit dem „Bäck Fööss“-Lied beschreiben, die in einem nicht enden wollenden Aufzug vom Foyer zur Bühne hinzogen und sodann nach der Begrüßung von Präsident Hans Kölschbach gleich mit ihrem Auftritt weitermachten. Nach rheinischen Liedern des Regimentsspielmannszuges und dem tänzerischen Darbietungen von Steffi Scharfe und Philipp Bertram sowie den tanzenden Grenadieren, folgte der Wachwechsel, will heißen, Hans Kölschbach übergab Norbert Haumann als Sitzungsleiter der Altstädter Köln die Moderation, der nach seinem Willkommen an die Gäste mit dem Publikum auf einen erwachtungsvollen Abend anstieß.

Hiernach folgte das Programm den Vorgaben von Literat Martin Zylka, der nach der „Rednerschule“ von und mit Martin Schopps und den unverwechselbaren Liedern und Evergreens der „Black Fööss“, Marc Metzger als „Blötschkopp“ auf die Bühne schickte. Dieser trieb nicht nur wieder zahlreiche Späße bei seinen Blödeleien mit Kellnern, Fotografen, oder dem ein oder anderen Gast der Miljö-Sitzung, sondern dankte auch der Gebärdendolmetscherin an seiner Seite, die der Eloquenz seines Wortwitzes in allen Teilen nachgekommen war.

Wie bei einigen Veranstaltungen des grün-roten Korps – die gegenüber von Rathaus und Jan von Werth-Denkmal ihr Kasino haben -, übersetzten zwei diplomierte Dolmetscher (vorne im Bild Alina Ackers) alle Reden des heutigen Abends für Mitmenschen mit Hörverlust, was dieser Gesellschaft sehr hoch anzurechnen ist, da hierdurch Taube oder hörgeminderte Menschen an der Sitzung teilhaben können. Ein weiterer Höhepunkt war nach Marc „Blötschkopp“ Metzger sodann der Auftritt der „Hellige Knäächte un Mägde“ als Kölns erste und älteste Tanzgruppe, die sich mit Tänzen der Gründerzeit und Reformation um 1823 unseres heutigen Fastelovends zeigten.

Nach der Pause gehörten die Hits der „Brings“ zum Programm, sowie Volker Weiniger der bierselig und hochprozentig in die Rolle des „Sitzungspräsidenten“ schlüpfte und seine Kehle stets mit einem Kölsch nach dem anderen für freien Redefluß benetzte. Besuch aus Ehrenfeld von der Bürgergarde „blau-gold“ bekamen die Altstädter nach Volker Weiniger, die mit ihrer Marie und rund 130 Mann durch das nächtliche Köln reisten und im Kristallsaal eine tolle Show aus närrischen Klängen und den Tänzen ihres Tanzpaares Denise Willems und Christopher Wallpott, sowie den Gardisten ihres Tanzkorps zur Freude des Auditoriums ablieferten.

Ein Höhepunkt, einer jeden Kölner Sitzung ist der Besuch des Kölner Dreigestirns, das nunmehr mit ihrem Schmölzje von Prinzenwache und Equipe dem ausgelassen feiernden Publikum ihre Referenz erwies. Mit herzlichen Worten, ihrem Sessionslied und nicht zuletzt mit dem Dudelsack-Solo von „Prinz Christian II.“zu „Du bes die Stadt op die mer all he stonn“ („Amazing Grace“), dankte das Trifolium dem Publikum, welches ihnen einen solch phänomenalen Empfang bereitet hatte. Zu guter Letzt standen im Finalteil die Musiker von „Querbeat“ auf den karnevalistischen Brettern, die mit Hits wie „Nie mehr Fastelovend, „Guten Morgen Barbarossaplatz“, „Stonn op un danz“ und ihrem unverwechselbaren Brasspop-Sound weit nach 1. 00 Uhr den Publikum zum weiterfeiern bis zum Morgengrauen aufforderten.

Quelle (Text und Fotos): © 2020 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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