Hochrangige Gäste der verbotenen Stadt zu Gast bei der Prunk- und Kostümsitzung der Nippeser Bürgerwehr

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-hgj/nj- Mit Innenminister Herbert Reul, der Ministerin für Schule und Bildung Yvonne Gerbauer, sowie Kölns ehemaligem Polizeipräsidenten Jürgen Mathies hatte die Nippeser Bürgerwehr bei ihrer ausverkauften Prunk- und Kostümsitzung hochrangige Ehrengäste der Landesregierung zu Besuch.

Während der ein oder andere Künstler, des Abends über diesen Besuch verärgert war, freuten sich die Appelsinefunke über den Besuch aus der verbotenen Stadt, da man viel zu selten Gäste aus der Landeshauptstadt hat. Die Verärgerung der Künstler lag darin, daß die Fahrzeugflotte des Innenministers und seiner Personenschützer ausgerechnet dort geparkt wurden, wo am Hintereingang der Sartory-Betriebe die Sonderparkplätzte der närrischen Akteure eingerichtet sind.

Da nicht nur das profan Publikum, sondern auch die beiden Minister eingetroffen waren, konnte das orange-weiße Corps pünktlich starten, da das Programm mit seinen 12 Höhepunkten eng gesteckt war. Hier konnte die Nippeser Bürgerwehr bei entstehenden Lücken im Programm auch nicht auf ihren Literaten Michael Gerhold zurückgreifen, da dieser derzeit als Kölner Prinz Karneval einen Höhenflug erlebt und sich zusammen mit Christoph Stock und Erich Ströbel einen Lebenstraum erfüllt. Durch die Übertragung dieses im Kölner Karneval wichtigen Amtes an seinen Vater Walter Gerhold, hatte der junge Literat allerdings einen adäquaten Ersatz gefunden, so daß der Programmalblauf ohne Störungen verlaufen konnte.

Mit dem eigenen Corps gelang gleich um 20.00 Uhr ein prächtiger Auftakt, da die Mitglieder aller Corpsteile erschienen waren, um in närrischer Manier dem Publikum durch Tänze und Musik zu huldigen, für die das Tanzpaar Christina Pohl und Patrick Karolos mit der Wache als Tanzcorps sowie die Musiker des Stabsmusikzuges verantwortliche zeichneten. Unmittelbar nach dem Auszug der Appelsinefunke, kündigte Sitzungspräsident Dietmar „Didi“ Broicher das Kölner Dreigestirn 2018 an, denen im Foyer des Sartory ein ellenlanges Spalier durch ihre Kameraden gebildet wurde, bevor die drei Regenten hiernach den Saal betraten in dem ein jubelndes Publikum „Prinz Michael II.“, „Bauer Christoph“ und „Jungfrau Emma“ auf sie wartete.

Ihrem Dreigestirn, welches erst das vierte in der 115jährigen Geschichte der Appelsinefunke ist, dankte Präsident Artur Tybussek zusammen mit Geschäftsführer Gerd Düren und dem restlichen Vorstand mit jeweils einer Grafik der Galerie Fastelovend ihren Protragonisten, welches die Insignie der jeweiligen Tollität zeigt und als Kunstwerke von Sandrina Coenen und Sebastian Nait-Kabache auf 11 Exemplare limitiert ist.

Mit „Brings“ und ihren bekannt rockig kölschen Liedern, kam das Programm letztendlich nach dem phantastischen Auftakt ins rollen, nach denen MartinSchopps in seiner „Rednerschule“ einiges von seinen Erfahrungen und Erlebnissen mit Schülern und Eltern erzählte. Wie schon bei „Brings“, gab es beim Auftritt der „Micky Brühl Band“ für die kostümierten Gästen der orange-weißen Prunk- und Kostümsitzung kein Halten mehr, die zum Teil sogar schunkelnd auf den Stühlen standen um über die Köpfe ihrer Tischnachbarn zu schauen.

Hiernach gönnte man sich und den Gästen im sozusagen zweiten Drittel des abendlichen Programms eine Pause, die mit dem Eintreffen der EhrenGarde der Stadt Köln beendet wurde, da die Musiker des Reiterkorps mit klingendem Spiel um 23.15 Uhr in den Saal einzogen und nach einem heiteren Potpourri die Bühne ihren Kadetten (Tanzkorps) und ihrem Tanzpaar Anna-Sophia Beyenburg und Nico Kohr überließen.

„Höhner“ und Guido Cantz als „Der Mann für alle Fälle“ sorgten nach „Spinat un Ei“, wie ironischerweise die EhrenGarde aufgrund ihrer Farben grün und gelb genannt wird, mit musikalischen und schlagkräftigen Sprüchen für beste Stimmung im Saal, die das Auditorium mit stehenden Ovationen und Rufen nach Zugaben quittierte. Sodann stand das Tanzpaar der EhrenGarde zum zweiten Male auf der Bühne des großen Sartory-Saal, die hierbei die Tanzpaare der Kölsche Funken rut-wieß, der Blauen Funken, der Nippeser Bürgerwehr, der Bürgergarde „blau-gold“, der Prinzen-Garde Köln, der Altstädter, sowie des Reiter-Korps Jan von Werth“ und der KG Treuer Husar zum Neuner Tanz der Tanzpaare der Kölner Traditionskorps mitgebracht hatten.

Mit dieser Darbietung, welche durch den Exerziermeister der Kölner Funken Artillerie (Blaue Funken) Jens Hermes einstudiert und nur alle paar Jahre inszeniert wird, präsentierten sich die 18 versierten Tänzerinnen und Tänzer dem Publikum, das von Leistungen der jeweils neun Damen und Herren in Eleganz und Akkuratesse überwältigt wurde. Nach einer kurzen Verschnaufpause, die Sitzungspräsident „Didi“ Broicher für seine Dankesworte nutzte, bedankten sich die Akteure des Neuner Tanzes mit einer Zugabe, wonach mit „cat ballou“ frischer und unverbrauchter Wind aufkam.

So gehören Oliver Niesen, Michael Kraus, Dominik Schönenborn und Kevin Wittwer zu den Youngstern des kölnischen Liedgutes und stehen erst seit 2013 auf den großen Bühnen des Kölner Karnevals, bringen aber eine hochrangige Qualität mit, mit denen die vier Jungs seit Jahren mit „Et jitt kei Wood“, „Lokalpatriot“ oder „Hück steiht de Welt still“ einen Hit nach dem andern produzieren. Mit diesem Auftritt läuteten die Appelsinefunke auch das Veranstaltungsende ein, das als musikalisches Feuerwerk die prunk- und Kostümsitzung kurz nach 2.00 Uhr beendete.

Quelle (Text und Fotos): © 2018 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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