Blaue Funken: Kostümsitzung 2024 – Welch ein bunter Abschluß der großen Kostümsitzungen

Mit der Kostümsitzung im Maritim Hotel als insgesamt siebte Sitzung der Session und fünfte große Kostümsitzung setzten die Blauen Funken die Sitzungsfolge in der Session 2024 fort und die Gäste erwartete ein vielfältiges Programm, das Blaue Funken Literat Gerd Wodarczyk zusammengestellt hatte. Mit dem eigenen Korps, „J.P. Weber“ (Jörg Paul Weber), den „Funky Marys“, „“Werbefachmann“ Bernd Stelter, „Eldorado“, den „Domstürmern“, der Bürgergarde „blau-gold“, der Tanzgruppe „Zunft-Müüs“, Guido Cantz „“Der Mann für alle Fälle“) und „Kasalla“ war für Abwechslung gesorgt.
Ein Traum aus Blau und Weiß
Mit dem Auftritt des gesamten Korps der Kölner Funken Artillerie blau weiß konnte Blaue Funken Präsident und Kommandant Björn Griesemann die Gäste im ausverkauften Ballsaal des Maritim Hotels begrüßen. Zweihundert Funken auf der Bühne ließen die Kapazität platzen, aber die Wucht der Performance beim Auftritt und den Tänzen riß das Publikum das erste Mal von den Stühlen.
Der Nachwuchs im Elferrat
Wer den Elferrat bei den Blauen Funken schon einmal in Aktion erlebt hat, weiß, daß das über fünf Stunden sportliche Betätigung heißt und so braucht auch der Elferrat der Blauen Funken junges Blut und Nachwuchs. Der Organisator des Elferrats Patric Levy versucht immer wieder, diesen zu finden und setzt ihn sehr gerne ein, damit auch dort die Blauen Funken für die Zukunft gut aufgestellt sind.
- „Funky Marys“
- „Eldorado“
- Tanzgruppe „Zunft Müüs“
Ein Mitglied auf der Bühne
Die letzte große Kostümsitzung der Blauen Funken gilt auch als „Famillich-Sitzung“, bei der viele Blaue Funken mit ihren Freunden und Gästen im Publikum sitzen. Wie kann man dann das Sitzungsprogramm nach dem Korpsauftritt besser beginnen, als mit einem eigenen Mitglied: „J.P. Weber“, der erst beim Regimentsappell im Januar 2024 als Blauer Funk vereidigt wurde, ist immer ein Gewinn für eine Sitzung und selbst bei Kostümsitzungen, die eher für viel Musik und Tanz bekannt sind, schafft er es, als Redner und Musiker das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Auch diesmal nahm er die Gäste emotional mit und wurde mit Standing Ovations verabschiedet.
Das bunte kölsche Programm
Es war eigentlich eine „Sitzung“, aber eigentlich stand das Publikum die meiste Zeit – ein wunderschöner, vielfältiger und kraftvoller Abschluß der großen Kostümsitzungen, der Appetit machte, für die weiteren Veranstaltungen der Blauen Funken, denn es geht auch in 2024 noch mit drei Veranstaltungen weiter.
Quelle (Text): Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V.; Fotos: Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V. / Michael Nopens, Knut Walter














Außerdem gehört die „DKG Schäl Sick“ zu den Kölner Karnevalsgesellschaften, die wie die vorgenannten Schlagworte es zum Ausdruck bringen, „Karneval für Alle“ in den Saal transportieren, wobei zwei Gebärdensprachdolmetscher (Aline Ackers und Michael Zymelka) für alle gehörlosen Gäste sämtliche Musik- und Redebeiträge in Gebärdensprache gestikulierend übersetzten. Hieran hält die DKG „Schäl Sick“ seit Jahren fest und ist sehr dankbar, daß der Landschaftsverband Rheinland (LVR) neben Rollstuhlbereichen und Simultanübertragungen für Blinde während der Schull- und Veedelzöch sowie dem Rosenmontag, zudem bei Sitzungen und dem Straßenkarneval auch die Menschen mit Hörschädigungen in das Inklusionsprojekt mit einbezieht.
Als kurzfristige Vertretung für den leider erkrankten „Blötschkopp“ Marc Metzger, hatte Stefan J. Kühnapfel (in Personalunion Präsident und Literat seines stolzen Reiter-Korps) Boris Müller gewinnen könne, der nach seiner Regentschaft als Kölner Prinz in der letzten Session, gerne wieder in die Rolle der unvergessenen „Doof Noß“ schlüpfte und Hans Hachenbergs Witze für die Gegenwart wiederbelebte. Sodann kündigte Stefan J. Kühnapfel zwei musikalische Alleinunterhalter an, welche beide besondere Größen des Karnevals und der trostlosen Zeit außerhalb der „fünften Jahreszeit“ sind. Stimmgewaltig, unter anderem mit seinem wohl bekanntesten Titel „Linda Lou“, schmetterte „King Size Dick“ (Hans Ganss) seine Lieder ins Publikum, welches den gesamten Abend freudig und wibbelig mitfeierte. Nach den Zugaben des 82jährigen Trägers des Willi-Ostermann-Medaille als höchste Auszeichnung des Kölner Karnevals, stand mit „J. P. Weber“ ein weiteres musikalisches Schwergewicht auf dem Sartory-Podium, der ebenfalls zum erlauchten Träger der Willi-Ostermann-Medaille gehört.




Sodann huschten nach und nach die Mitglieder des Tanzkorps „Kölner Rheinveilchen“ auf die Bühne, die der Bürgergarde-Vorstand als Überraschung für ihre neue Marie Selina Jauch zu einem Sonderauftritt ins Programm geholt hatte. Selina gehörte dem Tanzkorps in der Zeit zwischen 2020 und 2023 an, und hatte den Traum, einmal Marie in einem der neun Traditionskorps Kölns zu sein. Im Auswahlverfahren setzte sich Selina tänzerisch mit Abstand gegen alle Mitbewerberinnen durch und steht, ähm tanzt, nun an der Seite ihres Tanzoffizier Christopher, der Sohn des Präsidenten Markus Wallpott ist – auf den bekannten Bühnen des närrischen Rheinlands als einzig Frau – bei den „staatsen“ Männer von „blau-gold“ mit. Bei der Überraschung hieß es für die Bürgergarde-Marie zurück ins Glied, womit ihre bisherige tänzerische Heimat gemeint ist, mit denen Sie bei der Kostümsitzung gleich mit mehreren Tänzen durch Schritte und Hebungen in einem besonderen Fokus vor das Auditorium trat.
Für den erkrankten „Hausmann“ Jürgen Beckers, hatte man mit „Willi und Ernst“ (Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum) rasch Ersatz gefunden, so daß statt über Hausarbeit und dem Nebenjob als Lehrer, die beiden Koblenzer Komödianten den Mädels Offerten und Heiratsangebote machten, die die Wiever, Mädcher und Madämcher dankend ablehnten und sich über die eindeutig zweideutigen Floskeln der „Rentner auf Brautschau“ erfreuten. Im Anschluß sorgten die „Bläck Fööss“ mit ihrem Repertoire dafür, daß es kein Mädel mehr auf dem Platz hielt und gemeinsam Klassiker, wie auch neue Lieder der Mutter aller Kölner Band schunkeln intonierte wurden. Als letzte Nummer vor der Überraschung, die das Offizierskorps des Treuen Husar mit sich führte, brillierte Martin Schopps mit seiner „Rednerschule“ im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal.






Auch stellt der Kölner Karneval wieder einmal mehr unter Beweis, daß man für jeden Platz in den närrischen Reihen hat, wie man dies seit Jahren auch durch Gebärdendolmetscher bei Sitzungen und „Kaschöttcher“ (kleine abgeschlossene Bereiche) für Rollstuhlfahrer und Blinde bei den „Zöch“ der Alt- und Innenstadt aufstellt, damit diese Menschen ungestört den Zug erleben können. Für Menschen mit Sehbehinderung ist die besonders schwierig, denen die Darsteller und Gruppen über Kopfhörer durch den Stadionsprecher des 1. FC Köln und Andrea Schönenborn als Frontfrau der „Funky Marys“ vermittelt werden.
Wie den Gewinnern der vergangenen Session wird die „Luftflotte“, nach Aussage ihres Pressesprecher Eric Haeming, sich auch in den kommenden Jahren bei den kleinen Gewinnern des Tanzwettstreites verbeugen und diesen zum Anfang der Mädchensitzung einen Höhenflug garantieren. Sodann gehörte endlich auch der Elferrat aufs Podium, will sagen, an den Elferratstisch, welcher zusammen mit den amtierenden Tollitäten des Kölner Kinderdreigestirn und dem Dreigestirn vom Publikum umjubelt einzog.
Wie üblich gehört das Kölner Kinderdreigestirn zu Mädchen- und Damensitzungen, so daß auch hier „Kinderprinz Julius I.“, „Kinderbauer Severin“ und „Kinderjungfrau Benedikta“ bei ihrem Auftritt mit Musik, Tanz und Gestikulieren der Gebärdensprache die jecken Mädcher beeindruckten. Ihre grazilen Männerkörper präsentierten nach dem kleinen Dreigestirn die Gentlemen der „Fauth Dance Company“, die ihre Performance zu kölschen Hits präsentierten und teilweise sogar die Nähe des weiblichen Publikums suchten. Weiter mit den beiden musikalischen Auftritten und Hits von „Paveier“ und „Klüngelköpp“, die sowohl fetzige Rhythmen wie auch Lieder mit reichlich Herzschmerz für die Wiever, Mädcher und Madämcher im Repertoire zur Damensitzung hatten.


Wenngleich das Programm von Flüstersitzungen über Jahre und Jahrzehnte in den zahllosen Sitzungsformaten kaum noch eine Bedeutung hatte, erlebt mittlerweile bei einigen Kölner Karnevalsgesellschaften die sogenannte „Flüstersitzung“ ihre Renaissance. Zum Auftakt der nachmittäglichen „höösche“ (ruhigen) Sitzung, gehörte die Eröffnung dem eigenen Korps, wobei die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Kölner Funken Artillerie den Anfang machten und einfach nur begeisterten. Während das buntgekleidete Auditorium reichlich Beifall spendete und Zugaben forderte, sind die „Pänz“ der Stolz der Blauen Funken, da diese Gruppe auch die älteste im 1823 reformierten Kölner Karneval ist. Nach den Kindern folgte der Aufzug des blau-weißen Korps, mit Tanzpaar, Tanzkorps, Artilleristen, Standarten, „Plagge“ (Fahnen), die durch die Spielleute ihrer Regimentsmusiker in den Saal geleitet wurden, und, wie die kleinen Funken ihr Feuerwerk zündeten.



