Kölner Rosenmontagszug 2024: Zwischen bunter Bissigkeit und jecker Spende
Rund zwei Wochen vor Rosenmontag (12. Februar 2024) hat der Kölner Zugleiter Holger Kirsch heute erstmals die karnevalistischen Persiflagen der Presse vorgestellt. Insgesamt zwei Dutzend Wagen werden während dieser Session gebaut. Sie behandeln politische und gesellschaftsrelevante Themen von lokaler, bundesweiter und weltweiter Bedeutung. Darunter finden sich kölsche Figuren genauso wie Berliner Politiker oder Köpfe der internationalen Politik.
Nicht zufällig fand die Vorstellung auf der Bühne des Kölner Comedia-Theaters statt: Die diesjährige Session steht unter dem Motto „Wat e Theater – wat e Jeckespill“. Damit ist einerseits eine Wertschätzung für die Kölner Kulturschaffenden in der Theaterszene verbunden. Andererseits steht das Motto für den Stoßseufzer der kölschen Jecken, wenn sie faßungslos auf das Weltgeschehen der jüngeren Vergangenheit blicken. Diese Verknüpfung findet sich auch im Zug wieder. Alle Persiflagen tragen Titel mit direktem Theaterbezug. „Das Motto spinnt sich wie ein roter Faden durch den gesamten Zoch. Es bietet viel Potenzial für die kreative Umsetzung der politischen Themen, und ich denke, dieses Potenzial haben wir auch gut ausgeschöpft“, so Zugleiter Holger Kirsch. „Ich bin schon sehr gespannt, wie die Wagen den Jecken gefallen werden.“

Geradezu das perfekte Sinnbild für die ganze Leidenschaft und Dynamik, mit der Kanzler Scholz die Regierungsgeschäfte führt, ist dieses glücklich und zufrieden schlummernde Faultier. Und bei Shakespeare findet man über Olafs große Kommunikationsfreude und Redegewandtheit auch die passenden Worte: „Der Rest ist Schweigen“.

Ein Trauerspiel ist allein schon die Tatsache, daß der Skandal um die Missbrauchsfälle im Kölner Bistum bereits zum vierten Mal im Rosenmontagszug mit einem Persiflagewagen thematisiert werden muß! Ein Trauerspiel ist vor allem aber, wie der Klerus damit umgeht. Lasset uns beten, daß die Verantwortlichen jetzt endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Die Inquisition war früher nicht so zimperlich.

Der Bauer streikt. Das muß man sich mal vorstellen! Auf den Straßen landauf, landab herrscht das ganz große Bauerntheater, seit die Ampel auch in der Landwirtschaft, dem am stärksten subventionierten Wirtschaftszweig, den Rotstift ansetzen will. Da dröhnen die Traktoren vor dem Brandenburger Tor und machen der Regierung die Hölle heiß. Da wird sogar der Wirtschaftsminister von mistgabel-schwingenden Agrar-Aggros fast von der Urlaubsfähre gezerrt. Geht’s noch?! Jugendliche Klimakleber sollen sich vom Acker machen, aber wenn der Bauer die Straßen dicht macht, dann wird Beifall geklatscht? So geht das nicht.

Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, haben Putin, Xi Jinping und Chamenei ihren großen Auftritt als Despoten-Trio mit Brett vorm Kopp. In diesen Rollen drangsalieren und terrorisieren sie alle um sich rum, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen und machen die Welt zum Pulverfaß.

Die poetische „Faust“-Persiflage bringt den Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe und seine hochwohlgeborene Meinung in das Spiel der Gender-Debatte.
Dichterfürst von Goethe
in arge dichterische Nöte,
wenn mittels Sternchen man es ihm geböte,
dem Manne und dem Weibe ein „innen“ anzudichten,
um weiter dichterische Arbeit zu verrichten,
ohne in bestimmten gesellschaftlichen Schichten
dadurch Schaden anzurichten!
Der eig’ne Faust würd‘ ihn hart treffen!
(Kritzelköpp, 2024)
Besondere Ehrung für Ferdinand Franz Wallraf
Die Persiflage „Der Bürger als Edelmann“ bildet den Wissenschaftler, Sammler und Priester Ferdinand Franz Wallraf ab, dessen Todestag sich im kommenden März zum 200. Mal jährt. Ob Wallrafplatz oder Wallraf-Richartz-Museum – alle Kölnerinnen und Kölner kennen den Namen. Mit seiner Kunstsammlung legte er den Grundstock für Köln als Museumsstadt, seine Büchersammlung war der Beginn der Universitäts- und Stadtbibliothek. Er war Wegbereiter der heutigen Bürgerstadt, Rektor der Universität und – vielen unbekannt – im Jahr 1823 Mitbegründer des Festkomitees Kölner Karneval. Anläßlich des Wallraf-Jahres ehrt das Festkomitee den Ausnahmekölner mit einem eigenen Wagen.

Wenn er noch am Leben wäre, dann würde Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824) in diesem Jahr seinen 200. Todestag feiern. Seinen Namen kennen alle – vom Wallrafplatz oder vom Wallraf-Richartz-Museum. Mit seinen Kunstsammlungen legte er den Grundstock für Köln als Museumsstadt, gilt als Wegbereiter der heutigen Bürgerstadt, war Rektor der Universität, und war 1823 Mitbegründer des Festkomitees. Seinen Wagen im Rosenmontagszug hat er sich also redlich verdient!
Großzügige Spende für die jecken Großfiguren
Nach der Vorstellung der Persiflagen folgte eine feierliche Spendenübergabe: Zum großen 50. Jubiläum der „Höhner“ durfte die Band 2023 auf einem eigenen Wagen Teil des Rosenmontagszuges sein. Als Dankeschön für die Geste überreichte die Band dem Zugleiter heute einen Scheck über € 11.111,00. Ein Teil der Erlöse des „Höhner Rock’n’Roll Zirkus“ fließt so direkt wieder in den Kölner Rosenmontagszug. Mit dem Geld soll der Bau weiterer Großfiguren realisiert werden.
Neue Sicherheitszone für Karnevalssonntag und Rosenmontag
Auch in diesem Jahr gibt es eine Sicherheitszone, dieses Mal am und um den Wallrafplatz am Dom. Die direkte Nähe zum Hauptbahnhof macht den Standort zu einem Knotenpunkt für Besucherströme. Da der Platz rund um den Wallrafplatz sehr begrenzt ist und die Sicherheit aller Beteiligten zu jeder Zeit an erster Stelle steht, ist der Bereich zwischen Komödienstraße und der Minoritenstraße an Karnevalssonntag und Rosenmontag eine Sicherheitszone. Die Zugänge werden bei zu hohem Zuschaueraufkommen geschlossen. Für Anwohner ist der Zugang jederzeit durch Vorzeigen des Personalausweises möglich, Tickets für Veranstaltungen im Sperrbereich gelten auch als Zugangsberechtigungen.
Für Gäste von Anwohnern ist der Zugang jederzeit durch das Vorzeigen von Zugangsberechtigungen möglich. Diese können ab dem 31. Januar bis 9. Februar 2024 von 11.00 bis 16.00 Uhr im Festkomitee Kölner Karneval (Maarweg 134, 50825 Köln) abgeholt werden.
Quelle und Grafiken: Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V.

Auch stellt der Kölner Karneval wieder einmal mehr unter Beweis, daß man für jeden Platz in den närrischen Reihen hat, wie man dies seit Jahren auch durch Gebärdendolmetscher bei Sitzungen und „Kaschöttcher“ (kleine abgeschlossene Bereiche) für Rollstuhlfahrer und Blinde bei den „Zöch“ der Alt- und Innenstadt aufstellt, damit diese Menschen ungestört den Zug erleben können. Für Menschen mit Sehbehinderung ist die besonders schwierig, denen die Darsteller und Gruppen über Kopfhörer durch den Stadionsprecher des 1. FC Köln und Andrea Schönenborn als Frontfrau der „Funky Marys“ vermittelt werden.

Wie den Gewinnern der vergangenen Session wird die „Luftflotte“, nach Aussage ihres Pressesprecher Eric Haeming, sich auch in den kommenden Jahren bei den kleinen Gewinnern des Tanzwettstreites verbeugen und diesen zum Anfang der Mädchensitzung einen Höhenflug garantieren. Sodann gehörte endlich auch der Elferrat aufs Podium, will sagen, an den Elferratstisch, welcher zusammen mit den amtierenden Tollitäten des Kölner Kinderdreigestirn und dem Dreigestirn vom Publikum umjubelt einzog.
Wie üblich gehört das Kölner Kinderdreigestirn zu Mädchen- und Damensitzungen, so daß auch hier „Kinderprinz Julius I.“, „Kinderbauer Severin“ und „Kinderjungfrau Benedikta“ bei ihrem Auftritt mit Musik, Tanz und Gestikulieren der Gebärdensprache die jecken Mädcher beeindruckten. Ihre grazilen Männerkörper präsentierten nach dem kleinen Dreigestirn die Gentlemen der „Fauth Dance Company“, die ihre Performance zu kölschen Hits präsentierten und teilweise sogar die Nähe des weiblichen Publikums suchten. Weiter mit den beiden musikalischen Auftritten und Hits von „Paveier“ und „Klüngelköpp“, die sowohl fetzige Rhythmen wie auch Lieder mit reichlich Herzschmerz für die Wiever, Mädcher und Madämcher im Repertoire zur Damensitzung hatten.


Wenngleich das Programm von Flüstersitzungen über Jahre und Jahrzehnte in den zahllosen Sitzungsformaten kaum noch eine Bedeutung hatte, erlebt mittlerweile bei einigen Kölner Karnevalsgesellschaften die sogenannte „Flüstersitzung“ ihre Renaissance. Zum Auftakt der nachmittäglichen „höösche“ (ruhigen) Sitzung, gehörte die Eröffnung dem eigenen Korps, wobei die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Kölner Funken Artillerie den Anfang machten und einfach nur begeisterten. Während das buntgekleidete Auditorium reichlich Beifall spendete und Zugaben forderte, sind die „Pänz“ der Stolz der Blauen Funken, da diese Gruppe auch die älteste im 1823 reformierten Kölner Karneval ist. Nach den Kindern folgte der Aufzug des blau-weißen Korps, mit Tanzpaar, Tanzkorps, Artilleristen, Standarten, „Plagge“ (Fahnen), die durch die Spielleute ihrer Regimentsmusiker in den Saal geleitet wurden, und, wie die kleinen Funken ihr Feuerwerk zündeten.





Nach alter Tradition gehörte die Eröffnung des Nachmittags in den Händen der eigenen Korpsteile, die welche vom Regimentsspielmannszug durch den Saal auf die Bühne gespielt wurden, und nach dem herzlichen Willkommen durch Präsident Markus Wallpott gleich mit ihrem jecken Spiel begannen. Hierzu gehörten – wie bei allen Korpsaufzügen – weitere Potpourris der Spielleute, die Tänze des Tanzpaares Selina Jauch und Christopher Wallpott und des Tanzkorps. Allerdings stellte Markus Wallpott an diesem Nachmittag die „Pänz“ der Bürgergarde in ein besonderes tänzerisches Rampenlicht, da die kleinen Bürgergardisten in Blau und Gold bei abendlichen Veranstaltungen zu dieser Zeit bereits im Bettchen liegen und das Reich der Träume besuchen.


Diesen gesellten sich 15 Frauen hinzu, welche am 27. April 1999 in geheimer Runde die Colombina Colonia als erste Kölner Damen-Karnevalsgesellschaft gründeten. Hierzu gehören heutzutage weitere fünf Damen-Karnevalsgesellschaften, wie die 1. Damengarde Coeln, welche in einem Punkt ein Alleindarstellungsmerkmal unter den weiblichen Karnevalsgesellschaften hat und gestern Abend im Saal Heumarkt ihre Urkölsche Sitzung 2024 feierte.










Mit dem Einzug des Elferrates, der sich in den historisch prunkvollen Mänteln mit Pelzbesatz zeigte, holte Senatspräsident Andreas Bulich als Sitzungsleiter, gleich die Nippeser Bürgerwehr mit auf die Bühne des Kristallsaals, denen das weibliche Auditorium vor den Tänzen der Wache zusammen mit dem Tanzpaares Svenja Klupsch und Niklas Wilske beim Aufzug und dem heiteren Bühnenspektakel absolutes Gehör schenkte. Nach dem Dank an die Appelsinefunke, wie das Traditionskorps des Kölner Karnevals aufgrund ihrer orangefarbenen Uniformen auch genannt wird, gehörte Micky Nauber und seinen „Domstürmern“ das Podium, die eine halbe Stunde nach dem Willkommensgruß durch Andreas Bulich, aus der Sitzung in Form eines Mitsingkonzerts auch eine Schunkel- und Tanzveranstaltung machten.
Gestern (14. Januar 2024) war es wieder soweit, so daß Hausherr Dirk Metzner und Lotterbove-Präsident Hans-Günter Mies, neben zahlreichen bekannten Damen des Fastelovends (unter anderem eine Vielzahl der Colombinen, Angelika Blatz – Literatin und Pressesprecherin Chevaliers von Cöln und der Kölsche Narren-Gilde, Heidi Beyers – Ehefrau des KKV „UNGER UNS“-Präsidenten und weitere Persönlichkeiten) auch profane Gäste im Bankettsaal des Hauses begrüßen konnten.
Mit dem Einlaß um 11.00 Uhr füllte sich der Saal rasant, wobei bis zum offiziellen Start mit dem Korps der Altstädter, zahlreiche Herren im Foyer mit ein, zwei oder drei frischgezapfte Kölsch sich noch ein kleines „Frühstück“ gönnten und pünktlich zum 11.30 Uhr beim Einzug des Korps, samt Regimentsspielmannszug und Tanzpaar an den Tischen saßen. Nach dem heiteren Spektakel in grön un rut mit reichlich kölsche Tön´ und den tänzerischen Darbietungen von Marie Jeanette Koziol, ihrem Tanzoffizier Jens Käbbe und den Kameraden des Tanzkorps, servierte die Küche der Gürzenich Gastronomie das traditionell zum Härekommers gehörende Hämmchen mit Sauerkraut und Püree.
Eine Reimrede lieferte sodann in Perfektion Jörg Runge als „Dä Tuppes vum Land“ bei den in Abendgarderobe oder im Kostüm gekleideten Gästen ab, der im Kölschen Fasteleer tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal hat, da sich kein Künstler an dieses spezielle Genre herantraut und hierbei auch noch möglichst tagesaktuell sein sollte. Sodann folgte das Programmblatt seinem geplanten Verlauf. Hierbei schaute das Kölner Dreigestirn vorbei, und wurde auch von Nicht-Kölnern umjubelnd begrüßt. Ein Bild, daß man nicht alle Tage sieht, denn „Prinz Sascha I.“, „Bauer Werner“ und „Jungfrau Frieda“ sind ein außergewöhnliches und bisher einzigartiges Trifolium und kommen allesamt aus einer Familie. Bauer und Jungfrau sind Brüder und hegten schon seit Jahren den Wunsch eine Figur im Kölner Dreigestirn ihrer Heimatstadt verkörpern zu können und fanden mit dem Sohn der amtierenden Jungfrau auch das Bindeglied zur Komplettierung.
Literat Thomas Hoffmann hatte wieder ein beeindruckendes Programm auf die Beine gestellt. Als erster Redner zog Martin Schopps das Publikum in seinen Bann. Die „Räuber“ und im Anschluß die Jugendtanzgruppe der „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ sorgten für ein erstes Stimmungshoch. Die Jugendtanzgruppe hatte auch zusätzlichen Grund zur Freude, denn unser Senat spendete € 600,00 für die Jugendarbeit.