Kölsche Figaros setzen Glanzpunkt der Session im Theater am Tanzbrunnen

-hgj/nj- Das Theater am Tanzbrunnen war am Sonntag, 1. Februar 2026, bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Kölsche Figaros e.V. von 1950 zu ihrer Großen Kostümsitzung einluden. Was das Publikum an diesem Nachmittag erlebte, war eine Sitzung mit klarer Handschrift: traditionsbewußt, hochklassig besetzt und getragen von spürbarer Begeisterung auf und vor der Bühne.
Nach der Begrüßung durch Präsident Marco Köhler ließ die Gesellschaft keine Zeit verstreichen. Mit dem feierlichen Einzug des Elferrates, begleitet von den Kölsche Funken rut-wieß, nahm die Sitzung sofort Fahrt auf. Diszipliniert, präsent und eindrucksvoll setzten die Roten Funken einen würdigen Auftakt mit wunderschönen Tänzen ihres Tanzpaares sowie vielfältigen Kölschen Tön` und gaben die Richtung für den weiteren Verlauf des Abends vor.
Einen ersten humoristischen Höhepunkt setzte Martin Schopps mit seiner „Rednerschule“. Mit seinem bekannten Gespür für Situationskomik und treffsicherer Beobachtung nahm er das Geschehen im Saal auf, band das Publikum charmant ein und sorgte für anhaltende Lachsalven. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte das Publikum die Sitzung voll angenommen.
Tänzerisch überzeugte das Tanzkorps „Agrippina Colonia“, das Ehrentanzkorps der Kölsche Figaros. Mit präziser Ausführung, klaren Formationen und professioneller Ausstrahlung unterstrichen sie ihren besonderen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft und wurden entsprechend gefeiert.
Besonderen Applaus erhielt auch das Kölner Dreigestirn 2026. Nach ihrem stimmungsvollen Auftritt überreichten die Kölsche Figaros einen Scheck für das diesjährige Spendenprojekt. Zudem wurde Prinz, Bauer und Jungfrau zum zweiten Mal die „Goldene Böösch“ der Gesellschaft verliehen – eine Auszeichnung, die ab der kommenden Session fester Bestandteil werden soll.
Musikalisch setzte die Sitzung bereits vor der Pause mit den „Höhnern“ ein deutliches Ausrufezeichen. Ihre bekannten Titel verwandelten das Theater am Tanzbrunnen in eine große Mitsing-Arena und sorgten für ausgelassene Stimmung im Saal.
Mit dem Seitenwechsel von der Pause zurück in den Saal folgte erneut der Einzug des Elferrates der Kölsche Figaros. Die „Fidelen Kölsche“ als buntester Musikzug der Domstadt übernahmen im Anschluß die Bühne und kombinierten Musikzug und Tanz zu einem stimmungsvollen Fastelovend-Erlebnis. Mit viel Farbe, Bewegung und Nähe zum Publikum trafen sie genau den Nerv der Jecken.
Marita Köllner, das „Fussisch Julche“, bewies einmal mehr, warum sie seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Kölner Karnevals ist. Mit Energie, Charisma und unverwechselbarem kölschem Temperament brachte sie den gesamten Saal zum Mitsingen. Die „Domstürmer“, „Kasalla“ und die Mutter aller Kölner Bands, die „Bläck Fööss“ hielten das hohe musikalische Niveau nahtlos aufrecht.
Für eine unerwartete Wendung sorgte eine Verzögerung bei den „Rabaue“, die aufgrund eines Staus nicht pünktlich im Theater eintreffen konnten. Improvisation war gefragt – und sie gelang. Kurzfristig sprang der Krätzje-Sänger und Hans-Süper-Preisträger Fabian Rangol ein, der mit seiner „Flitsch“ souverän überbrückte. Später konnten die „Rabaue“ ihren Auftritt wie geplant absolvieren und das offizielle Programm stimmungsvoll abschließen.
Nach dem letzten Bühnenapplaus war der Abend noch lange nicht beendet. Bei der After-Show-Feier wurde weitergefeiert – „DJ Schädel“ sorgte mit bekannten kölschen Hits für beste Stimmung bis in die späten Stunden.
Die Große Kostümsitzung 2026 der Kölsche Figaros zeigte eindrucksvoll, wie Qualität, Spontanität und kölsche Leidenschaft zusammenwirken können. Ein Abend, der vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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Traditioneller Einzug und kölsche Symbolik
Internationale Partystimmung mit den Vengaboys


Wenn das ganze Korps wibbelt
Musikalisch wurde es anschließend emotional und traditionsreich: Die Ehrenmitglieder der Dellbrücker KG, die legendären „Bläck Fööss“, betraten die Bühne. Mit einem liebevoll zusammengestellten Querschnitt ihrer bekannten und beliebten Lieder entführten sie das Publikum auf eine musikalische Reise durch Jahrzehnte kölscher Musikgeschichte. Der Saal sang lautstark mit, schunkelte im Takt und dankte der Kultband am Ende mit stehenden Ovationen und langanhaltendem Applaus. Traditionell durften natürlich auch die Orden der Gesellschaft nicht fehlen – und als Wegzehrung für die lange Nacht wurden den Musikern außerdem die obligatorischen Servierblatte Frikadellen überreicht.


Nach der Pause erfolgte beim Auftritt der Tanzgruppe die Ernennung von Ute Funk durch deren Leiter René Heß zu ersten weiblichen Ehrentänzerin bei den Greesbergern. Hiernach gehörten Martin Schopps und den „Paveier“ die nächsten Programmnummern vor dem Besuch des Kölner Dreigestirns.

Ein besonderes Markenzeichen der Hääre-Sitzung ist die legendäre Original-Bütt aus den 1950er Jahren, die die Roten Funken auch 2026 wieder auf die Bühne holten. In dieser geschichtsträchtigen Bütt trugen einstige und tragen heutige Kölner Karnevalsgrößen ihre Reden vor. Namen wie Hans Hachenberg „Doof Noss“, Hans Bols Et Botterblömche“, Fritz Schopps „Et Rumpelstilzche“ und Karlheinz Jansen „Ne Tröötemann“, 65 Jahre Mitglied der Roten Funken (Biername „Spreutz“), stehen exemplarisch für die große karnevalistische Tradition, die hier gepflegt und lebendig gehalten wird.

Seinen Ursprung hat dieses Konzept in der Amtszeit von Theo Jussenhofen, der als Präsident und Kommandant der Blauen Funken die Vision entwickelte, eine Veranstaltung mit leiseren Tönen zu schaffen, die dennoch ein vollständiges, anspruchsvolles Sitzungsprogramm bietet. Diese Idee erwies sich als Volltreffer: Seit der Premiere sind die Karten begehrt, Wartelisten die Regel und der Vorverkauf beginnt oft, bevor der letzte Applaus der laufenden Session verklungen ist.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem gemeinsamen Auftritt des Kölner Dreigestirns 2026 und des Kölner Kinderdreigestirns. Präsident Björn Griesemann nutzte diesen Moment, um den zahlreichen ehrenamtlichen Begleitern beider Trifolien seinen ausdrücklichen Dank auszusprechen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er der Adjutantur des Kölner Dreigestirns einen Gutschein für einen gemeinsamen Abend bei den Blauen Funken. Die jungen Tollitäten und ihre Pagen durften sich zudem über Kinogutscheine freuen, die ihnen vom Elferrat überreicht wurden.
Anschließend gehörte die Bühne dem grün-gelben Tanzpaar und den Kadetten der EhrenGarde, die mit Präzision und Eleganz überzeugten. Nach dem musikalischen Auszug aus dem Saal übernahmen bis zur Pause die Künstler das Zepter: Thomas Cüpper als „Et Klimpermännche“ begeisterte mit feinem Humor und musikalischem Können, die „Paveier“ sorgten für kölsche Emotionen, und Jörg Runge bewies als „Dä Tuppes vum Land“ einmal mehr, warum er als bester Reimredner des rheinischen Karnevals zwischen Mainz und Düsseldorf gilt.
Auf der Bühne angekommen, hieß Präsident Markus Wallpott die jecke Damenschar herzlich willkommen und überließ dem Kölner Kinderdreigestirn die ersten Minuten des Nachmittags. Danach gehörte das Podium ganz den „Pänz“: Die Kinder- und Jugendtanzgruppe „Tanzmäuse“ sowie die kleinen Tollitäten rührten Mamas, Omas, Tanten und große Schwestern zu mehr als einem feuchten Augenwinkel.

Bütt, Wortwitz und kölscher Humor








Mit gewohnter Souveränität, Charme und einem feinen Gespür für Dramaturgie führte Simone Kropmanns durch den Abend. Gleich zu Beginn schrieb sie Vereinsgeschichte: Erstmals in der über 80jährigen Historie der Kölnischen KG wurde ein ausschließlich weiblich besetzter Elferrat vorgestellt. Der Moment wurde vom Publikum mit langanhaltendem Jubel, Standing Ovations und spürbarer Begeisterung gefeiert – ein starkes Zeichen für gelebte Tradition und moderne Weiterentwicklung zugleich.
Musikalisch ließ die Sitzung keinerlei Wünsche offen: „Kasalla“ brachten den Saal mit ihren Hymnen zum Kochen, bevor „Willi und Ernst“ – gespielt von Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum, den Koblenzer Bühnenlieblingen im Kölschen Fastelovend – mit pointierten Dialogen und feinem Humor für Lachsalven sorgten.
Charmant, pointiert und mit viel Herzblut führte Dr. Björn Braun, Präsident der Altstädter Köln, durch den Abend. Unter seiner Moderation entwickelte sich die Benefizveranstaltung zu einer mitreißenden Zeitreise durch sechs Jahrzehnte kölscher Karnevalsmusik, meisterhaft in Szene gesetzt von 1st Class Entertainment.
Musikalisch blieb kein Wunsch offen: „Druckluft“, „cat ballou“, „Lupo“, die StattGarde Colonia Ahoj mit Bordkapelle, Shanty-Chor sowie last not but least ihrem phänomenalen Tanzkorps, „Brings“, „Kasalla“, die „Klüngelköpp“ und als strahlender Höhepunkt das Kölner Dreigestirn rissen das bunt kostümierte und äußerst feierlaunige Publikum bei allen Programmhöhepunkten mit. Die Stimmung? Wie bei einem Sitzungsball unmittelbar vor Rosenmontag – euphorisch, ausgelassen, voller kölscher Seele.

