Warum man die Sitzungen der Kölsche Grielächer erlebt haben muß

-hgj/nj- Wer wissen will, wie echter Kölner Sitzungskarneval klingt, aussieht und sich anfühlt, kommt an der KG Kölsche Grielächer nicht vorbei. Mit der 1. Miljöh-Sitzung am 8. Februar 2026 im Bankett- und Festsaal des Maritim Hotels am Heumarkt bogen die grün-blauen Jecken endgültig auf die Zielgerade ihres Sitzungskarnevals ein – und lieferten einmal mehr den Beweis, warum ihre Veranstaltungen seit Jahren zu den gefragtesten der Stadt zählen.

Dabei begann die Session für die Grielächer längst nicht erst im Februar. Schon der traditionelle Herrenfrühschoppen und insgeheime Sessionsauftakt vier Wochen vor dem 11. im 11. Mite Oktober 2025 im Humboldt-Gymnasium am Sachsenring eröffnete den jecken Reigen, gefolgt von der Herrensitzung zum Jahresauftakt und der Mädchensitzung am vergangenen Donnerstag. Die Miljöhsitzung bildete nun – als vorletzte Sitzung der Session – einen weiteren Höhepunkt im prall gefüllten Veranstaltungskalender.

Fast ausverkauft präsentierte sich der große Festsaal des Maritim, als Präsident Udo Schaaf und der Elferrat unter den Klängen der EhrenGarde der Stadt Köln einmarschierten. Besonders herzlich fiel der Empfang für zahlreiche Ehrengäste sowie für langjährige Freunde aus den Niederlanden aus – eine Verbindung, die tief in der Geschichte der Gesellschaft verwurzelt ist und eng mit Ehrenmitglied Henry Schroll sowie dem unvergessenen, vor zwei Jahren verstorbenen Präsidenten Rudi Schetzke verbunden bleibt.

Karnevalistische Vielfalt zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Die EhrenGarde, von Kennern liebevoll „Spinat un Ei“ genannt, begeisterte mit tänzerischen Darbietungen ihres Tanzpaares und einem schwungvollen Potpourri. Anschließend bewies „J.P. Weber“ (Jörg-Paul Weber) einmal mehr, warum er zu den scharfzüngigsten und treffsichersten Rednern des kölschen Fasteleers zählt – pointiert, intelligent und stets nah, aber auch kritisch am kölschen Alltag und den Versäumnissen der Kölner Politik.

 

Als die „Bläck Fööss“ die Bühne betraten, verwandelte sich der elegante Festsaal endgültig in ein Tollhaus. Von Klassikern der 1970er Jahre bis zu den aktuellen Sessionsliedern schunkelte, tanzte und sang der Saal aus voller Kehle mit. Die Folge: mehrere Zugaben, bevor Bernd Stelter als „Werbefachmann“ mit viel Applaus und herzhaftem Lachen übernommen wurde. Den musikalischen Schlußpunkt vor der Pause setzten „Kasalla“, deren Songs zwischen Parkett und den beiden Rängen widerhallten.

Nach der Pause folgte ein Auftritt, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird: Das Tanzcorps „Rheinmatrosen“ der Großen Mülheimer K.G. sorgte mit spektakulären Hebungen, rasanten Salti und beeindruckender Präzision für kollektives Staunen. Ah- und Oh-Rufe ließen dem Publikum kaum Zeit zum Durchatmen, während die Tänzerinnen und Tänzer scheinbar mühelos durch die Luft wirbelten.

Mit Guido Cantz, dem „Mann für alle Fälle“, blieb das Stimmungsniveau hoch – stehende Ovationen und laute Zurufe inklusive. Die „Höhner“ übernahmen anschließend das musikalische Zepter, bevor der Besuch des Kölner Dreigestirns den offiziellen Höhepunkt markierte. „Prinz Niklas I.“, „Bauer Clemens“ und „Jungfrau Aenne“ sammeln für CAYA e.V., die medizinische Hilfe für wohnungs- und obdachlose Menschen in Köln organisiert. Die Kölsche Grielächer steuerten weitere € 1.111,00 bei und unterstrichen damit ihr soziales Engagement.

Nach dem Auszug des Kölner Dreigestirns ließen die Räuber die 1. Miljöhsitzung stimmungsvoll mit ihren Lieder, Hits und Evergreens ausklingen. Erst kurz vor Mitternacht endete der Abend – bei Kölsch, Büffet und vielen guten Gesprächen sozusagen als Sitzungsnachlese im Foyer.

Besonders bemerkenswert: Im Jubiläumsjahr 9 x 11 Jahre Kölsche Grielächer bewies die Gesellschaft einmal mehr Haltung und Herz. Mit dem „Grielächer Dank“ ehrten sie den Grand Senior des Kölner Karnevals, Ludwig Sebus (100). Zudem wurden gleich zwei neue Ehrengrielächer ernannt: Oberbürgermeister Torsten Burmester sowie Christoph Kuckelkorn (Foto ganz oben), der nach 21 Jahren im Festkomitee Kölner Karneval – zuletzt als Präsident – sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegt.

Fazit: Wer Sitzungen sucht, die Tradition, Qualität, Emotion und kölsche Seele vereinen, ist bei den Kölsche Grielächern genau richtig. Ihre Veranstaltungen sind mehr als Karneval – sie sind ein Versprechen. Und wer einmal dabei war, weiß: Dieses Miljöh erlebt man nicht, man spürt es.

Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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