Blaue Funken: Zehn Jahre Feingefühl, Qualität und kölsche Klasse – eine Sitzung mit besonderem Charakter

-hgj/nj- Was 2015 als mutige Idee begann, hat sich längst zu einem festen Fixpunkt im Kölner Sitzungskalender entwickelt. In diesem Jahr feierte das besondere Sitzungsformat der Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V. sein zehntes Jubiläum – und bestätigte eindrucksvoll, warum es seit einem Jahrzehnt zu den begehrtesten Veranstaltungen der Session zählt. Zehn Ausgaben, zehnmal restlos überzeugt.
Der Reiz dieser Sitzung liegt seit jeher in ihrem bewußten Gegenentwurf zur lauten Reizüberflutung mancher Karnevalsformate. Hier treffen Wortkunst auf feinsinnigen Humor, klassische Elemente auf moderne Akzente und musikalische Zurückhaltung auf emotionale Tiefe – ohne dabei jemals an Vielfalt oder Qualität einzubüßen.
Seinen Ursprung hat dieses Konzept in der Amtszeit von Theo Jussenhofen, der als Präsident und Kommandant der Blauen Funken die Vision entwickelte, eine Veranstaltung mit leiseren Tönen zu schaffen, die dennoch ein vollständiges, anspruchsvolles Sitzungsprogramm bietet. Diese Idee erwies sich als Volltreffer: Seit der Premiere sind die Karten begehrt, Wartelisten die Regel und der Vorverkauf beginnt oft, bevor der letzte Applaus der laufenden Session verklungen ist.
Den Auftakt im Palais der Flora am botanischen Garten gestalteten traditionsgemäß das Korps sowie die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Blauen Funken. Mit Disziplin, Ausdruck und tänzerischer Präzision zeigten sie eindrucksvoll, wie lebendig Brauchtum in die Zukunft getragen werden kann. Am Ende dieses Auftritts nutzte Präsident und Kommandant Björn Griesemann die Gelegenheit für eine wichtige Personalie: Der langjährige Leiter der Kinder- und Jugendtanzgruppe, Henrik Schorn, wird seine Verantwortung nach elf Jahren im Sommer 2026 an Marcel Kuckelkorn übergeben – ein Wechsel, der mit großem Respekt und Dankbarkeit begleitet wurde.
Ein zentraler Bestandteil des Programms ist seit jeher die Rednerdichte auf höchstem Niveau. Mit Philipp Oebel, „J.P. Weber“ (Jörg-Paul Weber), „Der Sitzungspräsident“ Volker Weininger, „Der Werbefachmann“ Bernd Stelter und Guido Cantz bekannt als „Der Mann für alle Fälle“ standen einige der profiliertesten Wortkünstler des Kölner Karnevals auf der Bühne. Trotz des stilvollen Rahmens blieb es bei keinem von ihnen ruhig bis zum Schluß: Jeder Auftritt endete mit stehenden Ovationen und lautstarken Zugabeforderungen – ein Beweis dafür, daß kluge Pointen und feiner Humor das Publikum ebenso mitreißen können wie große Gesten.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem gemeinsamen Auftritt des Kölner Dreigestirns 2026 und des Kölner Kinderdreigestirns. Präsident Björn Griesemann nutzte diesen Moment, um den zahlreichen ehrenamtlichen Begleitern beider Trifolien seinen ausdrücklichen Dank auszusprechen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er der Adjutantur des Kölner Dreigestirns einen Gutschein für einen gemeinsamen Abend bei den Blauen Funken. Die jungen Tollitäten und ihre Pagen durften sich zudem über Kinogutscheine freuen, die ihnen vom Elferrat überreicht wurden.
Auch musikalisch bewies die Sitzung einmal mehr ihr besonderes Gespür. Die Kunst, Musik so einzubetten, daß sie den ruhigen Spannungsbogen nicht unterbricht, sondern ergänzt, verlangt Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Programmgestalter Gerd Wodarczyk stellte dies eindrucksvoll unter Beweis. Die Original Tanzgruppe „Kölsch Hännes’chen“ und die „Bläck Fööss“ präsentierten in ihren getanzten, gesungenen und musikalisch untermalten Beiträgen klassische kölsche Lieder, die exakt den Ton der Veranstaltung trafen und das kleine Jubiläum musikalisch würdig abrundeten.
Nach dem offiziellen Programm verlagerte sich das Geschehen ins Foyer, wo „DJ Martin“ Bender den Abend musikalisch fortsetzte und den Gästen Gelegenheit gab, den besonderen Sitzungstag in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen.
Zehn Jahre nach der Premiere steht fest: Dieses Format hat seinen Platz nicht nur gefunden, sondern sich erarbeitet. Es ist der Beweis dafür, daß Karneval nicht laut sein muß, um nachhaltig zu begeistern – sondern vor allem authentisch, klug und mit Liebe zum Detail gestaltet sein sollte.
Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Fotos): Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de sowie Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V. / Michael Nopens
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