Reiter-Korps „Jan von Werth“ – „Hinger d’r Britz“: Kölsche Gefühle, große Töne und ein Mittag voller Herzblut

-hgj/nj- Mit einem ebenso traditionsreichen wie stimmungsvollen Sitzungskonzept begeisterte das Reiter-Korps „Jan von Werth“ am 24. Januar 2026 erneut mit seiner Veranstaltung „Hinger d’r Britz“ im Ostermann-Saal der Sartory-Betriebe. Das besondere Arrangement, bei dem Damen und Herren in der ersten Abteilung durch eine symbolische Trennung voneinander separiert saßen, sorgte auch in diesem Jahr für das typisch kölsche Wechselspiel der Emotionen. Über die „Britz“ hinweg flogen Blicke, es wurde gebuht, applaudiert, gefrotzelt und liebevoll angespielt – genau jene Mischung, die dieses Format so einzigartig macht.
Eröffnet wurde die Sitzung von Präsident und Literat Stefan J. Kühnapfel, der nicht nur souverän durch das Programm führte, sondern selbst im Mittelpunkt einer besonderen Überraschung stand. Seine Korpskameraden und das Publikum gratulierten ihm mit einem spontanen Ständchen herzlich zu seinem 62. Geburtstag und sorgten so bereits zu Beginn für einen emotionalen Höhepunkt.
Bütt, Wortwitz und kölscher Humor
Der erste Programmteil bot hochkarätige Redner- und Musikbeiträge. Die „Domstürmer“ setzten musikalische Akzente, während Ingrid Kühne als „De Frau Kühne“ mit pointiertem Alltagswitz begeisterte. Nach ihrem Auftritt richtete Ingrid Kühne persönliche Worte an Stefan Kühnapfel. Sie dankte ihm für die zahlreichen gemeinsamen Auftritte auf den Bühnen der „Jan von Werth“-Sitzungen und ließ dabei anklingen, wie sehr sie diese Auftritte nach ihrem angekündigten Rückzug aus dem rheinischen Karneval nach Aschermittwoch vermissen werde – ein Moment, der beim Publikum spürbar nachhallte und auch für langanhaltenden Applaus und Standing Ovations für die Künstlerin sorgte.
Sodann präsentierte Guido Cantz sich als „Mann für alle Fälle“ mit gewohnt treffsicherem Humor, Martin Schopps brillierte scharfsinnig, emotional und akzentreich mit seiner „Rednerschule“ und Jörg-Paul Weber lieferte scharf beobachtete, sprachlich elegante Spitzen aus dem kölschen Alltag.
Umbau, Vereinigung und Party pur
In der Pause wurde der Saal umgebaut, die Trennung aufgehoben und das „Schmölzje“ der Herren konnte sich endlich mit den Damen vereinen. Damit schlug die Sitzung nahtlos die Brücke vom klassischen Sitzungskarneval zur ausgelassenen kölschen „Partynacht“ – ein Konzept, das inzwischen als Markenzeichen dieser Veranstaltung gilt.
Der zweite Teil stand ganz im Zeichen von Tanz und Musik. Die Tänzerinnen und Tänzer der Lyskircher Junge sorgten mit ihren schwungvollen Darbietungen für Begeisterung, bevor gleich vier bekannte Kölner Bands den Saal endgültig zum Kochen brachten. „Miljö“, „Bläck Fööss“, „Rabaue“ und „Kempes Feinest“ im Finalteil lieferten einen Hit nach dem anderen und verwandelten den Ostermann-Saal in ein Meer aus schunkelnden, singenden und feiernden Jecken aus zahlreichen Kölner Karnevalsgesellschaften.
Für die musikalische Begleitung der gesamten Sitzung sowie die unzähligen präzise gesetzten Tuschs zeichnete das Orchester Markus Quodt verantwortlich und trug maßgeblich zur durchgehend mitreißenden Atmosphäre bei.
Mit „Hinger d’r Britz“ bewies das Reiter-Korps „Jan von Werth“ einmal mehr, wie lebendig und wandelbar der kölsche Karneval sein kann. Die gelungene Verbindung aus Tradition, Wortbeiträgen, emotionalen Momenten und moderner kölscher Musik machte die Sitzung 2026 erneut zu einem Höhepunkt der Session – närrisch, herzlich und unverkennbar kölsch und einzigartig in den Hochburgen des rheinischen Karnevals.
Quelle und Fotos: © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de
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