Jecke Herzen im Ausnahmezustand – Überschäumende Mädchensitzung der Bürgergarde „blau-gold“ im Sartory

-hgj/nj- Ein Nachmittag, der funkelte, tanzte und emotional berührte: Die Mädchensitzung der Bürgergarde „blau-gold“ 1904 e.V. Köln am 25. Januar 2026 im großen Sartory geriet zu einem wahren Feuerwerk kölscher Lebensfreude. Bis auf den letzten Platz war der traditionsreiche Saal gefüllt mit erwartungsvollen, karnevalssüchtigen Frauen – 16 bis 91 Jahre jung, farbenfroh kostümiert, perfekt frisiert und bereit für ein paar Stunden gefüllt mit närrischem Ausnahmezustand.
Mit dem feierlichen Einzug der blau-goldenen Bürgergarde, angeführt vom Regimentsspielmannszug, kochte die Stimmung sofort über. Mädcher, Mammsellcher und jecke Wiever begrüßten lautstark die „Tanzmäuse“ der Bürgergarde, das Kölner Kinderdreigestirn und das Korps selbst, das – abgesehen von seinen Musikerinnen – mit seiner Marie bekanntermaßen nur ein einziges, dafür umso glänzenderes Schmuckstück besitzt.
Auf der Bühne angekommen, hieß Präsident Markus Wallpott die jecke Damenschar herzlich willkommen und überließ dem Kölner Kinderdreigestirn die ersten Minuten des Nachmittags. Danach gehörte das Podium ganz den „Pänz“: Die Kinder- und Jugendtanzgruppe „Tanzmäuse“ sowie die kleinen Tollitäten rührten Mamas, Omas, Tanten und große Schwestern zu mehr als einem feuchten Augenwinkel.
Nach dem Dank an die jungen Tänzerinnen und Tänzer sowie ihre Trainerinnen folgte ein Moment, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Statt des üblichen Gardetanzes präsentierte das Tanzkorps mit Marie Svenja Jauch und Tanzoffizier Christopher Wallpott eine höchst emotionale Überraschung: den „Tanz der alten Herren“. Ehemalige Tänzer aus den 1980er und 1990er Jahren sowie aus der gemeinsamen Zeit mit Christopher Wallpott wurden reaktiviert, um ihrem Tanzoffizier, der mit dem nahenden Aschermittwoch seine Tanzstiefel an den Nagel hängt, einen bewegenden Abschied zu bereiten. Mit dabei waren (v.l.n.r.: Frank Steffens, Markus Marx, Rolf Braun, Christian Kläser, Justus Westermann, Dominik Wallpott, Jürgen Meier, Markus Wallpott, Sebastian Flüch und Andreas Rodenkirch – ein Gänsehautmoment für Publikum und Bühne gleichermaßen.
Anschließend zündete das 2001 durch Festkomitee-Präsident Hans-Horst Engels in den Adelsstand erhobene Traditionskorps ein wahres Überraschungsfeuerwerk mit neun hochkarätigen Programmpunkten – nicht nur zur Freude der Mädcher, sondern augenzwinkernd auch für die Ehepartnerinnen des geschäftsführenden Vorstandes. Den Anfang machte der wortgewandte Martin Schopps, der erneut Schüler, Eltern und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags in den Mittelpunkt seiner Rede stellte. Nach tosendem Applaus und Zugabe wechselte das Genre: Die Hits der legendären „Klüngelköpp“ sorgten für kollektives Mitsingen, bevor „Julie Voyages“ alias Ken Reise ihre / seine Premiere bei der Bürgergarde feierte – und vom jecken „Wievervolk“ bejubelt wurde, als gehöre sie /er seit 25 Jahren fest zum blau-goldenen Sitzungsinventar.

Trotz der geforderten Zugaben ließ sich das nächste Highlight nicht aufhalten: Das Kölner Dreigestirn der Session erwies der Mädchensitzung seine Referenz und wurde beim Ein- und Auszug sowie auf der Bühne frenetisch gefeiert. Kölsch, emotional und bunt ging es weiter mit den Klängen von „Kasalla“ und den „Höhnern“, ehe „Achnes Kasulke“ alias Annette Esser als letzte Putzfrau vor der Autobahn das Publikum über ihre Nachbarschaft oder ihr Eheleben mit ihrem Erwin erneut zum Lachen brachte.
Sodann wurde es heiß im Sartory: Mit eingeölten Oberkörpern, athletischen Figuren und erotischen Choreografien ließen die Gentlemen der „Fauth Dance Company“ die Herzen der Damen höherschlagen. Für einige Minuten vergaß selbst das weibliche Servicepersonal seine Tabletts und starrte – wie der gesamte Saal – mit offenem Mund Richtung Bühne. Den fulminanten Schlußpunkt der Sitzung „nor för Mädcher“ setzten schließlich „Miljö“. Mit Hits wie „Wolkeplatz“, „Su lang die Leechter noch brenne“ und „Schöckelpääd“ sowie weiteren Interpretationen ihres Repertoire verwandelten sie Parkett und Ränge in eine einzige tanzende Masse.
Doch damit war längst nicht Schluß: Nahtlos schwappte die Sitzung in eine ausgelassene Party über. Im Foyer vereinten sich Mädcher und „Häre“ der Bürgergarde bei Sektchen, Cocktails und Kölsch zu einer großen jecken „Familisch“ – und feierten bis tief in den Sonntagabend hinein eine Mädchensitzung, die ihrem Ruf mehr als gerecht wurde
Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Fotos): Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de sowie Andreas Alper
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