„Mer dun et för Kölle“ – als gelebte Botschaft im Gürzenich

Sitzung der Großen KG Frohsinn Köln 1919 e.V. mit Haltung, Herz und kölscher Lebensfreude.

Mit ihrer Sitzung, die das Sessionsmotto nicht nur zitierte, sondern konsequent mit Leben füllte, setzte die Große KG Frohsinn am Sonntag, 11. Januar 2026 im ausverkauften Gürzenich ein starkes Zeichen für den kölschen Karneval als verbindende Kraft der Stadt. Unter dem diesjährigen Sessions-Motto „ALAAF – Mer dun et för Kölle“ erlebten die Gäste einen Nachmittag und Abend voller Frohsinn, hochkarätigem Programm und klarer Haltung.

Bereits vor dem offiziellen Beginn wurde deutlich, daß diese Sitzung besonderen Wert auf Nähe und Atmosphäre legte. Die „Veedelperlen“ sorgten auf der Treppe und im Eingangsbereich für einen stimmungsvollen musikalischen Empfang, während die Mitglieder der Gesellschaft die Gäste persönlich begrüßten – ein bewußt gesetzter Auftakt, der Gemeinschaft und Wertschätzung spürbar machte.

Dann ging es direkt mit einem inhaltlichen Höhepunkt weiter. In den vergangenen Jahren war häufig der Einzug besonders gestaltet. So auch in diesem Jahr: die Gesellschaft hatte sich im Vorfeld bewußt die Frage gestellt, wer tagtäglich etwas für Köln tut – und beantwortete sie mit einem ebenso vielschichtigen wie eindrucksvollen Bild. Stellvertretend für das tägliche Funktionieren und das lebendige Miteinander in Köln zogen unter anderem Ehrenamtliche und Berufstätige aus ganz unterschiedlichen Bereichen in den Saal ein – von Polizei, AWB, KVB und Maltesern über Bäcker, Ärzte und Pflegekräfte bis hin zu Sport, Brauchtum und kölschen Originalen wie „Tünnes un Schäl“. In einer gemeinsamen Choreografie wurde sichtbar, was das Motto ausdrückt: Wir alle tragen Verantwortung für Köln – auf ganz unterschiedliche Weise.

„Uns war wichtig zu zeigen, daß ‚Mer dun et för Kölle‘ kein Karnevalsspruch ist, sondern gelebter Alltag“, erklärte Präsidentin Tanja Wolters. „Diese Vielfalt an Menschen steht sinnbildlich für das, was unsere Stadt zusammenhält.“

Im weiteren Verlauf folgte ein Programm, das Literat Oliver Michels mit großer Sorgfalt zusammengestellt hatte und das die ganze Bandbreite des kölschen Karnevals abbildete. Nach dem traditionellen Einzug der Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V. Köln sorgte „J.P. Weber“ (Jörg-Paul Weber) mit leiseren Tönen und feinem Humor für einen stimmungsvollen Auftakt auf der Bühne. Die „Höhner“ brachten anschließend – unter anderem mit ihrem neuen Lied Gisela – den Saal zum Kochen, bevor Guido Cantz mit gewohnt spitzer Zunge und treffsicheren Pointen weitere Höhepunkte setzte. Die Räuber überzeugten, wie bereits bei der Sessionseröffnung, mit ihrer Mischung aus Klassikern und neuen Songs und trafen damit erneut den Geschmack des Publikums.

Auffällig war bei allen Bandauftritten das engagierte Mitwirken des Elferrates, der die Künstler nicht nur aufmerksam begleitete, sondern sie aktiv unterstützte – tänzerisch und mit passenden Accessoires, individuell abgestimmt auf jede Gruppe. Dieses Zusammenspiel sorgte für zusätzliche Dynamik und unterstrich den Anspruch der Sitzung, Karneval als gemeinsames Erlebnis zu gestalten.

Ein besonderer Moment vor der Pause war die Ehrung von Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, der zum Ende dieser Session aus seinem Amt scheidet. Die Große KG Frohsinn ernannte ihn zum Ehrenmitglied der Gesellschaft.

Mit dieser Auszeichnung würdigte die Gesellschaft nicht nur sein langjähriges Engagement für den Kölner Karneval insgesamt, sondern insbesondere auch seinen persönlichen Beitrag zur Geschichte der Großen KG Frohsinn. Christoph Kuckelkorn hatte maßgeblichen Anteil daran, daß es seinerzeit zu einer tragfähigen Nachfolgeregelung innerhalb der Gesellschaft kam, indem er den entscheidenden Kontakt herstellte und damit den Fortbestand der Großen KG Frohsinn überhaupt erst möglich machte.

„Ohne sein Zutun stünden wir heute so nicht hier“, machte Präsidentin Tanja Wolters in ihrer Würdigung deutlich. Die Ehrenmitgliedschaft versteht sich daher als Zeichen des Dankes und der Anerkennung – für Weitsicht, Verantwortung und den nachhaltigen Einsatz für den Frohsinn und den kölschen Karneval.

Ein absolutes Highlight nach der Pause war der Auftritt des Tanzkorps „Kölner Rheinveilchen“. Neben tänzerischer Präzision und Ausdrucksstärke sorgte insbesondere das Finale für einen Gänsehautmoment: Präsidentin Tanja Wolters wurde über eine mehr als drei Meter hohe Fahne geschossen und schloß damit den Auftritt eindrucksvoll ab – ein Moment, der lange nachwirkte und vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

In der zweiten Abteilung setzte „Der Sitzungspräsident“ Volker Weininger den nächsten Akzent. Mit seinem treffsicheren, frohsinnigen Humor wurde er vom Publikum gefeiert und nur ungern von der Bühne gelassen. Es folgten „cat ballou“ sowie der Auftritt des Kölner Dreigestirns 2026, bevor „Brings“ mit einem mitreißenden Finale den offiziellen Schlußpunkt setzte. Wie in jedem Jahr durfte zum Abschluß die Frohsinns-Hymne nicht fehlen – performt von der Gesellschaft und Frohsinns-Mitglied Michael Kuhl und gemeinsam mit dem Saal gefeiert.

Auch abseits der Bühne zeigte sich der Anspruch der Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen. Wie bereits bei vorherigen Veranstaltungen verzichteten die auftretenden Künstler auf Geschenke und erhielten stattdessen Wertgutscheine für die Domspitzen e.V., die symbolisch in eine Spendenbox geworfen wurden. Ein klares Zeichen für nachhaltiges Engagement und die Unterstützung sozialer Projekte in der Stadt. „Karneval endet für uns nicht am Bühnenrand“, betonte der erste Vorsitzende Andreas Wolf. „Wenn wir Menschen zusammenbringen, wollen wir diese Kraft auch nutzen, um etwas zurückzugeben.“

Nach dem offiziellen Finale wurde im Foyer weitergefeiert. „DJ Jürgen“ (Jürgen Bender) von „1st Class Entertainment“ sorgte für den musikalischen Ausklang eines Abends, der vielen Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Mit dieser Sitzung hat die Große KG Frohsinn Köln 1919 e.V. eindrucksvoll gezeigt, wie moderner, traditionsbewusster Karneval aussehen kann: verbindend, engagiert und klar in seiner Botschaft – mer dun et för Kölle.

Wer die Große KG Frohsinn Köln in dieser Session noch live erleben möchte, hat dazu am 23. Januar 2026 die Gelegenheit: Unter dem Motto „Konfetti-Club“ findet die Frohsinnsparty im Wartesaal am Dom statt. Mit dabei sind „cat ballou“, „Paveier“, „Eldorado“, „Domstürmer“ und „Mätropolis“. Tickets sind online erhältlich unter ticket.io. Schüler und Studenten zwischen 16 und 25 Jahren können vergünstigte Tickets zum halben Preis erwerben.

Quelle (Text): Große KG Frohsinn Köln 1919 e.V.; (Foto/s): Vera Drewke Photography