Persiflagewagen für den Kölner Rosenmontagszug der Öffentlichkeit präsentiert

Zugleiter Marc Michelske vor dem Zugleiterwagen
Premiere für Marc Michelske: Erstmals durfte der neue Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges „seine“ Persiflagewagen der Öffentlichkeit präsentieren. Traditionell lädt das Festkomitee Kölner Karneval am Dienstag vor Weiberfastnacht die Präsidentinnen und Präsidenten seiner Mitgliedsgesellschaften in die Wagenbauhalle, um einen ersten Blick auf die Persiflagen zu werfen. „Wir haben mit unseren Wagen Themen aufgegriffen, die regional, national und international wichtig für die Gesellschaft sind. Dazu gehören die Verwahrlosung der Stadt Köln genauso wie der deutschlandweite Bildungsnotstand, die Bundestagswahlen oder die politische Situation in den USA und der Ukraine“, betont Zugleiter Marc Michelske. Alle Wagen wurden in Anlehnung an das aktuelle Sessionsmotto „FasteLOVEnd – wenn Dräum widder blöhe“ gestaltet. „Das Thema Liebe ist also der rote Faden, der sich durch den gesamten Zug ziehen wird.“ Vorgestellt wurden insgesamt 17 Persiflagewagen, zwei weitere Motive bleiben noch bis Rosenmontag geheim. Unter anderem wurde ein Wagenbau zurückgehalten, um aktuell auf die Ergebnisse der Bundestagswahl reagieren zu können.

Dass in diesem Jahr nur 19 Motivwagen statt wie bisher 25 zu sehen sein werden, ist den Sparzwängen des Festkomitees geschuldet. In den vergangenen Monaten hat das Festkomitee immer wieder ausgeführt, dass die rund 3,5 Millionen Euro an Kosten, die der „Zoch“ jedes Jahr verursacht, für eine gemeinnützige Organisation kaum noch zu stemmen sind. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn betonte deshalb nochmals, wie wichtig eine Erhöhung der Kulturförderung von Seiten der Stadt ist. „Es kann nicht sein, daß der hauptsächlich vom Ehrenamt getragene Karneval so ein großer Motor für diese Stadt ist, aber kaum etwas zurückbekommt.“ Das Festkomitee läßt derzeit von der Boston Consulting Group erneut die Wirtschaftskraft des Karnevals untersuchen, und erste Zahlen liegen bereits vor: Nach Angaben von BCG steigt die Wirtschaftskraft um rund 42 Prozent von knapp 600 Millionen Euro (2019) auf 850 Millionen Euro (2025). Das liegt zum Teil an der Inflation und gestiegenen Kosten, aber auch an einer stark gestiegenen Nachfrage vor allem in den Bereichen Veranstaltungen und Hotellerie.
Dr. Dennis Utzerath (Managing Partner & Director bei BCG): „Die vorläufigen Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen erneut die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Kölner Karnevals, der im lokalen und überregionalen Tourismus eine Veranstaltung der ersten Liga ist. Die starke Entwicklung über die letzten Jahre reflektiert den weiter wachsenden Zuspruch, aber auch die massiven Kostensteigerungen.“ Die gesamten Ergebnisse der BCG-Studie werden im Sommer veröffentlicht – dann gemeinsam mit der Rheinischen Hochschule Köln, die im Auftrag des Festkomitees derzeit ebenfalls eine Befragung zum Außenbild des Kölner Karnevals durchführt.
Aufgrund des größeren Kostendrucks geht Deutschlands größte Open-Air-Veranstaltung 2025 neue Wege. So wird am Zugweg und online eine Rosenmontagszug-Spange für € 10,00 verkauft, mit der die Besucher einen ganz persönlichen Beitrag zum Zoch leisten können. „Schon am ersten Tag nach der Präsentation gingen mehrere Hundert Bestellungen im Festkomitee ein”, freut sich Zugleiter Marc Michelske. „Das zeigt, wie viel den Kölschen ‚ihr‘ Zoch wert ist. Dafür sind wir sehr dankbar, denn wir sind auf jede Einnahme angewiesen, um auch in Zukunft allen Jecken einen kostenlos zugänglichen Rosenmontagszug ermöglichen zu können.”
Quelle (Text) Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V.; (Foto/s): Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V. / Costa Belibasakis





Die Liste der Künstler die zum Programm gehörten konnte sich sehen lassen: Neben zahlreichen bekannten Persönlichkeiten des kölschen Fastelovends, sorgten Künstler wie die Brauchtumsgruppe „Fidele Kölsche“, „Palaver“, „Schamöör“, „Paveier“, „Funky Maries“ und „El Dorado“ für beste Stimmung. Höhepunkt war der Auftritt des Kölner Dreigestirns 2025, das die karnevalistisch-festliche Atmosphäre perfekt abrundete. Doch der Tag bot mehr als nur ausgelassenes Karnevalstreiben.

Ein besonderes Glanzlicht setzte die Kinder- und Jugendtanzgruppe der GA – „Die Flöhe“. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer verkörperten mit ansteckender Energie die Zukunft des Fastelovends und begeisterten die Gäste mit ihrer mitreißenden Performance.











Dem Auftritt von „cat ballou“ folge dann hoher Besuch. Das Kölner Dreigestirn und das Kölner Kinderdreigestirn samt ihrer jeweiligen Equipe eroberten die Bühne. Dieser Programmteil wurde wiederum moderiert von Marlene Kewitz – Kinderjungfrau der Session 2023 und Schwester des „Kinderbauern Anton“, unterstützt durch Gesellschaftspräsident Dominik Müller.



Mit Pauken und Trompeten eröffnete der Elferrat unter der Leitung von Präsident Carl Hagemann den Abend. Gemeinsam mit den Altstädtern Köln, einem der ältesten Traditionskorps der Domstadt, zogen sie unter donnerndem Applaus in den prunkvollen Saal ein. Nach der herzlichen Begrüßung durch Carl Hagemann übernahmen die Altstädter musikalisch das Ruder: Ihr Regimentsspielmannszug brachte mit rhythmischen Klängen die Flora zum Beben. Bevor die Altstädter sich zum Auszug musikalisch verabschiedeten, zeigte das Tanzpaar Jeanette Leithe und Jens Käbbe zusammen mit ihren Kameraden des Tanzkorps ur-kölsche Tänze zu kölschen Märschen, die das Publikum in wahre Begeisterungsstürme versetzten.

Schon der Auftakt sorgte für Gänsehaut: Nach dem feierlichen Einzug des Elferrats erwies das amtierende Kölner Dreigestirn den Jecken die Ehre – ein Höhepunkt gleich zu Beginn, denn „Prinz René I.“, „Bauer Michael“ und „Jungfrau Marlis“ werden in jedem Saal gefeiert den sie mit ihrer Equipe besuchen. Doch das war erst der Startschuß für ein Programm, das kaum Verschnaufpausen ließ.



Das abwechslungsreiche Programm ließ keine Wünsche offen. Neben den humorvollen und pointierten Reden von Martin Schopps und Guido Cantz, sorgten auch die musikalischen Darbietungen für echtes Karnevalsfeeling. Den Gästen wurde mit der Musik der kölschen Bands „Paveier“, „cat ballou“, „Klüngelköpp“, „Mo Torres“ und „Brings“ ordentlich eingeheizt. Die Stimmung im Saal war ausgelassen, die vielen jecken und bunten Frauen tanzten und feierten mit ihren Kölner Stars.
Schon der Einmarsch aller Aktiven sorgte für ein erstes Gänsehautgefühl: Der Elferrat, die „Rheinmatrosen minis“ sowie das Tanzcorps „Original Matrosen vom Müllemer Böötche“ zogen unter tosendem Applaus in den prallgefüllten Saal ein. Präsident Michael Baur begrüßte die bunt kostümierten Jecken und Ehrengäste und stimmte sie auf einen unvergßslichen Abend ein.
Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war die Gratulation der Großen Allgemeinen (GA) an die Treuen Husaren zum 100jährigen Bestehen. Präsident Markus Meyer überreichte als Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit eine prachtvolle Jubiläumstorte an Präsident Markus Simonian und Schatzmeister Kurt Wietheger. Diese süße Geste unterstrich die enge Beziehung zwischen den beiden Traditionsgesellschaften und sorgte für Begeisterung im Saal.





Nachdem die Präsidenten Markus Meyer (GA) und Markus Simonian (TH) zusammen mit ihren Kinder- und Jugendtanzgruppen den „Husaren Pänz“ und den „GA Flöhe“ die Bühne erobert hatten, hieß es „Kölle Alaaf“ in Dauerschleife. Die Künstlerliste laß sich wie das Who’s who des Kölschen Fastelovend. So erweichten nach dem herzlichen Willkommen der Präsidenten die „Husaren Pänz“ mit ihrer Darbietung die Herzen des Publikums, da überwiegend, Mütter, Omas, Tanten und sogar große Schwestern der umher wirbelnden Jungs und Mädels im Saal saßen.




