Pänzrechte im Kölner Karneval: Jecke Ausstellung mit wichtiger Botschaft

Am Dienstag (23. Januar 2024) eröffnet in der Bürgerhalle des Landtags Nordrhein-Westfalen die Ausstellung „Kinderrechte im Karneval“. Bis Aschermittwoch (14. Februar 2024) haben Gäste des Landtages die Möglichkeit, die bunten Motive des neu entwickelten Pänzrechte-Passes zu besichtigen.
In Zusammenarbeit mit Zartbitter e.V. und Kindern und Jugendlichen aus Kölner Tanzgruppen hat das Festkomitee Kölner Karneval einen Pänzrechte-Paß entwickelt. Er besteht aus insgesamt 28 Motiven, die Rechte von Kindern und Jugendlichen darstellen, die geachtet werden müssen, damit sich diese im Karneval sicher und wohl fühlen. Das oberste Ziel ist es, Kindern zu vermitteln, welches Verhalten grenzachtend ist und welches nicht. Die Texte und Illustrationen des Rechtepasses vermitteln dies durch alltagsnahe Botschaften – zum Beispiel über das Recht auf Teilhabe aller Kinder, auf einen respektvollen Umgang durch Erwachsene und Gleichaltrige sowie auf Beschwerde und Hilfe durch Erwachsene im Fall von Grenzverletzungen oder Übergriffen.
Die bunten Zeichnungen bilden verschiedene Situationen ab, die nicht nur das eigene Verhalten, sondern auch das anderer in Kontext setzen. Die Inhalte entstanden aus dem direkten Austausch mit Kindern und Jugendlichen, die selbst im Karneval aktiv sind. Anschließend arbeiteten die Pänz Themen heraus, die ihnen besonders am Herzen lagen. Illustriert wurden die Motive von der Kölner Illustratorin Dorothee Wolters. Der Paß, das dazu passende Plakat und pädagogisches Begleitmaterial werden vor Ort in Düsseldorf ausgelegt.
„Ein derart breit angelegtes Projekt kann nicht der Standard von Zartbitter sein”, so der Geschäftsführer Philipp Büscher: „Doch war es einfach großartig, mitzuerleben, welche kreativen Ideen die beteiligten Pänz eingebracht haben, welchen Spaß sie im Karneval haben und wie wichtig ihnen der Schutz vor sexueller Belästigung ist.“
Der Pänzrechte-Paß ist der erste Schritt zu einem neuen Schutzkonzept, welches das Festkomitee mit Zartbitter für die Kinder- und Jugendgruppen im Kölner Karneval implementieren möchte. Dazu gehören unter anderem Präventionsleitlinien für Leiterinnen und Leiter sowie eine karnevalsspezifische Beschwerdestelle beim Festkomitee als auch eine Beschwerdestelle bei Zartbitter.
Eine derartige Kooperation des Karnevals mit einer Beratungsstelle gegen sexuelle Übergriffe und Missbrauch ist bundesweit einmalig. Ursula Enders, Vorstand Zartbitter, ist glücklich darüber, daß das Festkomitee Kölner Karneval sich so sehr für die Achtung der persönlichen Rechte von Kindern und Jugendlichen engagiert: „Da kann man nur hoffen, daß dieses Projekt eine Vorbildfunktion für viele Vereine hat – nicht nur für Karnevalsvereine, sondern zum Beispiel auch für Schützen- und Heimatvereine und Folkloregruppen.“
Christine Flock, Festkomitee-Vizepräsidentin und verantwortlich für den Kinder- und Jugendkarneval, liegt das Projekt besonders am Herzen: „Kinder sind unser wertvollstes Gut, im Karneval wie im restlichen Leben. Ob Gesellschaft oder Tanzgruppe, unser Ziel ist es, daß sich alle Pänz sicher fühlen. Der Pänzrechte-Paß ist ein großer Schritt in diese Richtung. So schaffen wir Aufmerksamkeit und sensibilisieren, nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen“, erklärt sie. „Ich freue mich, daß wir die große Bühne des NRW-Landtages nutzen können, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.
Quelle(Text): Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V.; (Illustration): Dorothee Wolters

Wenngleich das Programm von Flüstersitzungen über Jahre und Jahrzehnte in den zahllosen Sitzungsformaten kaum noch eine Bedeutung hatte, erlebt mittlerweile bei einigen Kölner Karnevalsgesellschaften die sogenannte „Flüstersitzung“ ihre Renaissance. Zum Auftakt der nachmittäglichen „höösche“ (ruhigen) Sitzung, gehörte die Eröffnung dem eigenen Korps, wobei die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Kölner Funken Artillerie den Anfang machten und einfach nur begeisterten. Während das buntgekleidete Auditorium reichlich Beifall spendete und Zugaben forderte, sind die „Pänz“ der Stolz der Blauen Funken, da diese Gruppe auch die älteste im 1823 reformierten Kölner Karneval ist. Nach den Kindern folgte der Aufzug des blau-weißen Korps, mit Tanzpaar, Tanzkorps, Artilleristen, Standarten, „Plagge“ (Fahnen), die durch die Spielleute ihrer Regimentsmusiker in den Saal geleitet wurden, und, wie die kleinen Funken ihr Feuerwerk zündeten.





Nach alter Tradition gehörte die Eröffnung des Nachmittags in den Händen der eigenen Korpsteile, die welche vom Regimentsspielmannszug durch den Saal auf die Bühne gespielt wurden, und nach dem herzlichen Willkommen durch Präsident Markus Wallpott gleich mit ihrem jecken Spiel begannen. Hierzu gehörten – wie bei allen Korpsaufzügen – weitere Potpourris der Spielleute, die Tänze des Tanzpaares Selina Jauch und Christopher Wallpott und des Tanzkorps. Allerdings stellte Markus Wallpott an diesem Nachmittag die „Pänz“ der Bürgergarde in ein besonderes tänzerisches Rampenlicht, da die kleinen Bürgergardisten in Blau und Gold bei abendlichen Veranstaltungen zu dieser Zeit bereits im Bettchen liegen und das Reich der Träume besuchen.


Diesen gesellten sich 15 Frauen hinzu, welche am 27. April 1999 in geheimer Runde die Colombina Colonia als erste Kölner Damen-Karnevalsgesellschaft gründeten. Hierzu gehören heutzutage weitere fünf Damen-Karnevalsgesellschaften, wie die 1. Damengarde Coeln, welche in einem Punkt ein Alleindarstellungsmerkmal unter den weiblichen Karnevalsgesellschaften hat und gestern Abend im Saal Heumarkt ihre Urkölsche Sitzung 2024 feierte.









Mit dem Einzug des Elferrates, der sich in den historisch prunkvollen Mänteln mit Pelzbesatz zeigte, holte Senatspräsident Andreas Bulich als Sitzungsleiter, gleich die Nippeser Bürgerwehr mit auf die Bühne des Kristallsaals, denen das weibliche Auditorium vor den Tänzen der Wache zusammen mit dem Tanzpaares Svenja Klupsch und Niklas Wilske beim Aufzug und dem heiteren Bühnenspektakel absolutes Gehör schenkte. Nach dem Dank an die Appelsinefunke, wie das Traditionskorps des Kölner Karnevals aufgrund ihrer orangefarbenen Uniformen auch genannt wird, gehörte Micky Nauber und seinen „Domstürmern“ das Podium, die eine halbe Stunde nach dem Willkommensgruß durch Andreas Bulich, aus der Sitzung in Form eines Mitsingkonzerts auch eine Schunkel- und Tanzveranstaltung machten.
Gestern (14. Januar 2024) war es wieder soweit, so daß Hausherr Dirk Metzner und Lotterbove-Präsident Hans-Günter Mies, neben zahlreichen bekannten Damen des Fastelovends (unter anderem eine Vielzahl der Colombinen, Angelika Blatz – Literatin und Pressesprecherin Chevaliers von Cöln und der Kölsche Narren-Gilde, Heidi Beyers – Ehefrau des KKV „UNGER UNS“-Präsidenten und weitere Persönlichkeiten) auch profane Gäste im Bankettsaal des Hauses begrüßen konnten.
Mit dem Einlaß um 11.00 Uhr füllte sich der Saal rasant, wobei bis zum offiziellen Start mit dem Korps der Altstädter, zahlreiche Herren im Foyer mit ein, zwei oder drei frischgezapfte Kölsch sich noch ein kleines „Frühstück“ gönnten und pünktlich zum 11.30 Uhr beim Einzug des Korps, samt Regimentsspielmannszug und Tanzpaar an den Tischen saßen. Nach dem heiteren Spektakel in grön un rut mit reichlich kölsche Tön´ und den tänzerischen Darbietungen von Marie Jeanette Koziol, ihrem Tanzoffizier Jens Käbbe und den Kameraden des Tanzkorps, servierte die Küche der Gürzenich Gastronomie das traditionell zum Härekommers gehörende Hämmchen mit Sauerkraut und Püree.
Eine Reimrede lieferte sodann in Perfektion Jörg Runge als „Dä Tuppes vum Land“ bei den in Abendgarderobe oder im Kostüm gekleideten Gästen ab, der im Kölschen Fasteleer tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal hat, da sich kein Künstler an dieses spezielle Genre herantraut und hierbei auch noch möglichst tagesaktuell sein sollte. Sodann folgte das Programmblatt seinem geplanten Verlauf. Hierbei schaute das Kölner Dreigestirn vorbei, und wurde auch von Nicht-Kölnern umjubelnd begrüßt. Ein Bild, daß man nicht alle Tage sieht, denn „Prinz Sascha I.“, „Bauer Werner“ und „Jungfrau Frieda“ sind ein außergewöhnliches und bisher einzigartiges Trifolium und kommen allesamt aus einer Familie. Bauer und Jungfrau sind Brüder und hegten schon seit Jahren den Wunsch eine Figur im Kölner Dreigestirn ihrer Heimatstadt verkörpern zu können und fanden mit dem Sohn der amtierenden Jungfrau auch das Bindeglied zur Komplettierung.
Literat Thomas Hoffmann hatte wieder ein beeindruckendes Programm auf die Beine gestellt. Als erster Redner zog Martin Schopps das Publikum in seinen Bann. Die „Räuber“ und im Anschluß die Jugendtanzgruppe der „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ sorgten für ein erstes Stimmungshoch. Die Jugendtanzgruppe hatte auch zusätzlichen Grund zur Freude, denn unser Senat spendete € 600,00 für die Jugendarbeit.



Mit Marcus Gottschalk und dem Elferrat zog auch das komplette Korps der Prinzen-Garde in den Saal, worauf nach der Begrüßung des Sitzungsleiters die Musikstücke des Regimentsspielmannszuges ebenso wie die Tänze des Tanzpaares Sandra Wüst und Tommy Engel mit den Herren des Tanzkorps eine wundervolle Eröffnung im Bankett- und Ballsaal des Maritim Hotel am Heumarkt waren. Gleichwohl hatte das Korps auch das Kölner Dreigestirn hierzu auf die Bühne begleitet, so daß Abend mit elf Programmpunkten gleich zum Start mit zwei besonderen Höhepunkten glänzte.
Zum Auftakt des Sitzungsprogramms in dem vor allem leisere Töne der Maßstab der Lautstärke waren, hatte sich „Dä Nubbel“ (Michael Hehn) angekündigt, welcher beim Publikum auf sehr gute Zuhörer traf. Sodann gehörte die Bühne den „Räubern“, die heute einmal mehr ruhigere Lieder ihres Repertoires spielten und nach ihren Zugaben für die „Original Tanzgruppe Kölsch Hännes´chen“ Platz machten. Herrliche Kölsche Tön´ hatte Tenor Norbert Conrads im Gepäck, welcher das Mikrophon nach seinem Beitrag an „Dä Tuppes vum Land“ weiterreichte, wozu Jörg Runge eine brillante Reimrede fürs in Abendgarderobe und Kostüm buntgemischte Publikum als letzter Beitrag vor der Pause parat hatte.
Wie man begonnen hatte, setzte sich nach dem Ausmarsch des Korps auch die Prunk- und Kostümsitzung stimmungsvoll fort, in der nach Martin Schopps mit seiner „Rednerschule“, die Band „Miljö“ musikalisch einheizte sowie die Jungs und Mädels der „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ der „Schnüsse Tring“ im Sekundentakt Hebungen, flotte Schritte und reichlich Akrobatik auf der Bühne der Messehalle präsentierten.
