Herrensitzung der Prinzen-Garde Köln: Weiß-roter Hochgenuß „nor för Häre“

-hgj/nj- Nach den intensiven, bis tief in die Nacht reichenden Feierlichkeiten rund um die Proklamation des Kölner Dreigestirns am 9. Januar 2026 und der fulminanten ersten Kostümsitzung ließ die Prinzen-Garde Köln auch am zweiten Wochenende des neuen Jahres nicht nach. Mit ihrer traditionellen Herrensitzung setzte das weiß-rote Traditionskorps ein weiteres Ausrufezeichen – kraftvoll, hochklassig und von einer Atmosphäre getragen, die weit über in den Abend hinauswirkte.

Erneut zeigte sich der Bankett- und Festsaal des Maritim Hotel Köln bis auf den letzten Platz gefüllt. Sponsoren, Gönner und Freunde der Prinzen-Garde, zahlreiche Korpsmitglieder sowie Herren aus Köln und dem Umland hatten sich eingefunden, um diese besondere Sitzung „nor för Häre“ mitzuerleben. Gerade im Jahr, in dem die Prinzen-Garde erneut das Kölner Dreigestirn stellt, war die Erwartungshaltung spürbar – und sie wurde in jeder Minute erfüllt.

Die bewährte Führungsstruktur verlieh dem Nachmittag Sicherheit und Eleganz: Präsident Dino Massi widmete sich mit gewohnter Souveränität den Ehrengästen, Marcus Gottschalk führte als Sitzungsleiter ruhig, präzise und stets präsent durch das Programm, während Literat Dennis Hille erneut bewies, daß dramaturgische Feinplanung und närrische Leidenschaft sich perfekt ergänzen können.

Ein Auftakt mit Strahlkraft
Den Beginn markierte ein Auftritt, der sinnbildlich für den Anspruch der gesamten Sitzung stand: Das Korps der Prinzen-Garde Köln marschierte unter den Klängen des Regimentsspielmannszuges gefolgt von Fußkorps, Reiterkorps, Reservekorps, Corps à la suite ein und entfaltete anschließend ein beeindruckendes Panorama weiß-roter Korpskultur.

Obwohl das Kölner Dreigestirn 2026 – allesamt Prinzen-Gardisten – allen Herrensitzungen des Kölner Karnevals keinen Besuch abstattete, überraschten Prinz, Bauer und Jungfrau samt kompletter Equipe durch ihre Präsenz das Auditorium. Immer wieder schwang bei den bestens gelaunten Herren der Stolz mit, daß aus den Reihen der Prinzen-Garde diese närrische Spitze hervorgegangen ist, die in dieser Session die Säle der Stadt erobert. Der Gedanke, Teil dieses besonderen Jahres zu sein, verlieh der Herrensitzung eine emotionale Tiefe, die spürbar unter die Haut ging.

Im Anschluß an den außergewöhnlichen Besuch des Trifoliums bei einer Herrensitzung präsentierte das Tanzpaar Sandra Wüst und Thomas Engel präsentierten gemeinsam mit den Tänzern – der sechstältesten Korpsgesellschaft der Domstadt – ein choreografisches Gesamtkunstwerk. Präzision, Disziplin und tänzerische Höchstleistungen verschmolzen zu einem Feuerwerk, das den Saal früh auf Betriebstemperatur brachte.

Nach dem Auszug des „Schmölzje“ übernahm „Der Mann für alle Fälle“ Guido Cantz die Bühne. Mit messerscharfem Humor und sicherem Gespür für kölsche Befindlichkeiten zeigte er sich einmal mehr als Garant für treffsichere Pointen. Ihm folgte Marc Metzger, der als „Dä Blötschkopp“ seine ganz eigene Mischung aus Wortwitz und Selbstironie servierte. Vor der Pause steigerten das Tanzcorps „Kölner Rheinveilchen“ und die Band „cat ballou“ die Stimmung bis zum Siedepunkt – ein Finale der ersten Hälfte, das kaum Luft zum Durchatmen ließ.

Farben, Worte und große Gefühle
Nach dem Imbiß kehrten Gäste und Elferrat eskortiert von der Nippeser Bürgerwehr in den Saal zurück. In Orange und Weiß präsentierten sich die „Appelsinefunke“ aus Nippes musikalisch wie tänzerisch in Bestform. Besonders das Tanzpaar Svenja Klupsch und Niklas Wilske setzte mit Ausdrucksstärke und Präzision einen weiteren Glanzpunkt.

Der rhetorische Höhepunkt folgte mit Volker Weininger als „Sitzungspräsident“. Seine Geschichten über Freundeskreis, Thekenkumpel und Bierweisheiten entfalteten eine Sogwirkung, der sich niemand entziehen konnte. Spätestens nach der Zugabe war klar: Der Saal lachte, schunkelte – und fühlte sich bestens unterhalten Diese Wirkung verstärkten die Darbietungen der Fauth Dance Company, die mit tänzerischer Perfektion, Eleganz und markanten roten Kostümen zusätzliche Akzente setzten.

Den würdigen musikalischen Schlußpunkt setzte Tenor Norbert Conrads, der nach den altbekannten Liedern und neuen Hits der „Paveier“ mit kölschen Evergreens wie „Am Dom zo Kölle“ den Nachmittag feierlich abrundete.

Ein Ausklang, der bleibt
Als der letzte Vorhang gefallen war, verlagerte sich das närrische Geschehen ins Foyer des Hotels. Bei den aufgelegten Hits von Philipp Godart, frisch gezapftem Kölsch und lebhaften Gesprächen klang der Tag aus – begleitet von Geschichten, Gelächter und jenem besonderen Gefühl, Teil eines außergewöhnlichen karnevalistischen Moments gewesen zu sein.

Fazit: Die Herrensitzung der Prinzen-Garde Köln 2026 war weit mehr als ein weiterer Programmpunkt im Sessionskalender. Sie war ein Statement: für gelebte Tradition, für professionelle Spitzenunterhaltung und für den Stolz eines Korps, das in diesem Jahr nicht nur Sitzungen gestaltet, sondern mit seinem Dreigestirn den gesamten Kölner Karneval prägt. Ein Nachmittag, der nachhallt – und Maßstäbe setzt.

Quelle (Text): © 2026 Hans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de; (Fotos): ans-Georg „Schosch“ und Niklas Jäckel/typischkölsch.de sowie Prinzen-Garde Köln 1906 e.V.
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